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03.10.2022

Die Planung beginnt mit 20 Jahren

Roger Gabathuler rät, sich frühzeitig mit der Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Bild: PD

Roger Gabathuler rät, sich frühzeitig mit der Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Bild: PD

Im Alter möchte man das Leben in vollen Zügen geniessen. Das bedingt eine vorausschauende Finanzplanung. Im Interview: Roger Gabathuler, Leiter Finanzplanungen, Luzerner Kantonalbank AG.

Roger Gabathuler, ab welchem Alter sollten Frauen und Männer sich Gedanken zur ­finanziellen Lage im Alter machen?

Die Antwort dürfte überraschen: zwischen 20 und 30 Jahren, also beim Eintritt ins Erwerbsleben. Es zahlt sich aus, bereits in jungen Jahren systematisch mit dem sogenannten Sparen 3 zu beginnen, sei es mit einem Konto oder mit Wertschriften. Über die Jahre summieren sich der Kapitalaufbau dank Zinseszins respektive dem möglichen Wertzuwachs und Steuerersparnisse. Wer früh beginnt und konsequent die Möglichkeiten von «Sparen 3» nutzt, hat unter Umständen einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung bei der Pensionierung. Die eigentliche Pensionierungsplanung würde ich im Alter von plus/minus 50 Jahren angehen. Es ist opportun, wenn Sie hier Experten miteinbeziehen und vielleicht auch andere Fragen, zum Beispiel die Erbschaftsplanung, anschauen.

Sind in diesem Alter Korrekturen der Finanzlage noch möglich?

Natürlich. Rund 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung weiss man genauer als in jungen Jahren, wie man im Alter leben und welche Träume man verwirklichen will. Wenn die Kinder ausgeflogen sind, hat man wieder finanziell mehr Luft, zum Beispiel für freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse. Ganz wichtig ist, dass man sich so früh wie möglich ein Budget für die nachberufliche Zeit erstellt, damit mögliche Vorsorgelücken rechtzeitig erkannt werden.

Gibt es Kennzahlen, die darauf hinweisen, dass es mit der Pensionierung eng werden könnte? Mit welchem Mindereinkommen muss man prozentual rechnen?

Als Faustregel kann man aus heutiger Sicht mit den Renten aus AHV (erste Säule) und Pensionskasse (zweite Säule) mit maximal rund 60 Prozent des bisherigen Arbeitseinkommens rechnen. Ja, das ist deutlich weniger als vor der Pensionierung. Oft genügen darum diese Rentenleistungen nicht, um den gewohnten Lebens­standard zu finanzieren. Entweder müssen Sie sich auf einen bescheideneren Lebensstandard einstellen, oder es gilt, so früh wie möglich zusätzliches Kapital anzusparen. Wenn Arbeitnehmer:innen ­jedes Jahr ab Beginn der Erwerbs­tätigkeit bis zur Pension rund 10 Prozent ihres ­Erwerbseinkommens für die nachberufliche Zeit zur Seite legen, dann ist der Ruhestand – ergänzend zur AHV und zur Pensionskasse – finanziert.

Wie hoch müssen diese zusätzlichen Ersparnisse sein?

Das kann man berechnen: Für eine Erhöhung der Altersrente um 1000 Franken pro Monat müssen Sie bei einem Rentenumwandlungssatz von 5 Prozent bis zur Erwerbsaufgabe rund 240 000 Franken zusätzlich in die Pensionskasse einzahlen – oder privat ansparen. Diese Berechnung basiert auf der Annahme, dass man nach der Pensionierung noch rund 20 Jahre lebt, also das Alter von zirka 85 Jahren erreicht.

Was sind Ursachen, die Menschen, auch Paare, in die Altersarmut treiben können, die vor der Pensionierung «gut lebten»?

Bei der Budgetierung muss man sich bewusst sein, dass ein Renteneinkommen deutlich tiefer ist als das gewohnte Arbeitseinkommen. Extras, wie zum Beispiel die erträumte Weltreise, muss man sich aus Ersparnissen finanzieren können. Mit Fitness und dem Wunsch nach aktivem Leben geben Pensionär:innen für einige Jahre vielleicht mehr Geld aus als vorher.

Reden wir von Senior:innen mit guter Vermögenslage: Welche grundsätzlichen Fragen muss man sich stellen beim Thema «Vererben oder weitergeben zu Lebzeiten»?

Auch hier gilt: Je früher Sie sich mit der Frage auseinandersetzen, umso besser. Solche Entscheidungen brauchen Zeit, auch emotional. Wir werden immer älter. So kann es sinnvoll sein, dass man den Kindern mit einem Erbvorbezug hilft, ein Eigenheim zu kaufen, solange die Enkelkinder noch klein sind. Falls man selbst ein Haus besitzt: Eines Tages wird die Gartenarbeit zu viel. Wieso also das Eigenheim nicht frühzeitig an die nächste Generation übergeben? Rechtlich gibt es hier verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Steuerfolgen. Immer müssen dabei auch die finanziellen Folgen für einen selbst in die Waagschale geworfen werden. Ich empfehle auch hier, sich von Fachpersonen ­beraten zu lassen. Das erhöht die Chance, eine Lösung zu finden, die für die ganze Familie passt.

Andréas Härry

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