18.07.2022

Auslaufmodell Berufslehre?

Verschiedene Betriebe melden, dass die Qualität der Bewerbungen für Lehrstellen abgenommen habe. Bild: Suissetec

Verschiedene Betriebe melden, dass die Qualität der Bewerbungen für Lehrstellen abgenommen habe. Bild: Suissetec

Kaufmännische:r Angestellte:r, Bäcker:in oder doch in die Kanti? Im August beginnt für viele Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt. Einige von ihnen sind noch auf der Suche nach der passenden Berufslehre.

Jugendliche, die im Dschungel der Berufswahl bis jetzt noch nicht fündig geworden sind, können aufatmen, denn auch der eine oder andere Betrieb im Kanton Luzern ist noch auf der Suche nach Lernenden. Für diesen Sommer gibt es nämlich nach wie vor offene Lehrstellen. Dies ist keineswegs ungewöhnlich, denn je nach Betrieb kann noch bis Ende August oder gar Anfang September ein Lehrvertrag mit Beginn in diesem Sommer abgeschlossen werden. «Bisher wurden 3800 Lehrverträge abgeschlossen, und man erwartet, dass noch zirka 1000 Lehrverträge beim Kanton eingereicht werden», so Christof Spöring, Dienststellenleiter Berufs- und Weiterbildung. Die Vertragsabschlüsse befinden sich im Normalbereich, auch wenn es etwas weniger sind als im Vorjahr.

Besonders beliebt sind Berufe wie Informatiker:in, Elektroniker:in oder Polydesigner:in. Hier gibt es keine freien Lehrstellen mehr für das Jahr 2022, vergleichsweise werden in diesen Bereichen auch wenig Ausbildungsplätze angeboten. Die Nachfrage ist ausserdem bei Berufen im Bereich Gesundheit und Betreuung hoch. Spöring beobachtet auch dieses Jahr, dass die Berufswahl stabil bleibt und kaufmännische Lehren gegenüber handwerklichen Ausbildungen gefragter sind.

Harte Zeiten für die Gastronomie

In so gut wie allen anderen Branchen sind nach wie vor Lehrstellen vorhanden. Vor allem in der Gastronomie und in der Hotellerie spürt man den Rückgang der Bewerbungen. Für die Branche, die bereits einen Fachkräftemangel hat, ist also keine Entspannung in Sicht. Raymond Hunziker, Leiter Gastronomie Tavolago und Präsident Luzern Hotels, sagt: «Es sind ungefähr ein Drittel weniger Lehrverträge abgeschlossen worden als noch im Vorjahr.» Einen Lichtblick bietet die Ausbildung des Hotelkommunikationsfachmannes bzw. der Hotelkommunikationsfachfrau. «Die moderne Ausbildung, die vor gut fünf Jahren entstanden ist, trifft den Puls der Zeit und erfreut sich grosser Beliebtheit bei den Bewerbern», so Hunziker.

Abnahme von Bewerbungen

Auf Nachfrage bei der Stadt und den Gemeinden heisst es, man habe noch eine Lehrstelle als Gärtner (EBA mit Fachrichtung Garten und Landschaftsbau) zu vergeben. Auch hier stellt man fest, dass die Anzahl der Bewerbungen stetig abnimmt. Steffen Trindler, Leiter der Fachstelle Berufsbildung der Stadt Luzern, bemerkt dazu: «Die Schere zwischen der Anzahl starker Bewerbungen und der Anzahl schwächerer Bewerbungen hat sich weiter geöffnet.» Bei der Migros Luzern ist der Bewerbungsprozess für Lehrbeginn 2022 trotz einiger nicht besetzter Ausbildungsplätze bereits abgeschlossen. Hier beobachtet man ausserdem, dass der Trend in Richtung Maturität und Studium unter guten Schüler:innen bestehen bleibt und der Berufslehre vorgezogen wird.

Vor gut eineinhalb Jahren haben daher die Luzerner Gemeinden das Berufsbildungsnetzwerk LUnited gegründet, um mit der neuen Plattform auf verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten bei den Gemeinden aufmerksam zu machen. LUnited war letztes Jahr das erste Mal an der Zentralschweizer Bildungsmesse (Zebi) zu Gast und hat weitere Projekte für Lernende und Berufseinsteiger in Planung. Tiffany Sigg

3800 neue Fachkräfte für die Wirtschaft

Im Kanton Luzern bestanden in diesem Jahr 3758 Lernende (2021: 3734) ihren Lehrabschluss. Die Erfolgsquote liegt bei 94,56 Prozent (2021: 95,06 Prozent). In 304 Berufen wurden Abschlussprüfungen durchgeführt. An rund 40 Lehrabschlussfeiern erhielten die Jugendlichen ihr eidgenössisches Berufsattest (EBA) oder ihr eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) und das Berufsmaturitätsdiplom.

286 Lernende – 42 davon mit Berufsmatura – glänzten mit einem Topresultat und wurden mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet. Das entspricht 7,6 Prozent aller Lernenden.

Eine Kauffrau reüssierte mit einer Note von 5,9. Acht Lernende in den Berufen Anlagenführer, Detailhandel, Landwirt, Lebensmitteltechnologin und Polymechaniker erreichten eine 5,8. Die Ehrenmeldung erhalten alle, die an den Lehrabschlussprüfungen einen Notendurchschnitt von 5,4 und mehr erreicht haben.

Für die reibungslose Durchführung der Qualifikationsverfahren standen dieses Jahr rund 3000 Expert:innen und 95 Chefexpert:innen im Einsatz. Sie sind spezifisch ausgebildete Fachleute aus den Branchen, die sich besonders um den Berufsnachwuchs kümmern.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsmaturität erlangen dieses Jahr 697 Berufsmaturand:innen die Fachhochschulreife. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer leichten Zunahme (2021: 646). Mit 58 Prozent haben mehr als die Hälfte der Absolvent:innen die Berufsmaturität nach der Lehre abgeschlossen, entweder im berufsbegleitenden Modell oder im Vollzeitmodell (2021: 57 Prozent).

Am häufigsten werden Berufsmaturitäten der Ausrichtungen «Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft» und «Gesundheit und Soziales» erworben. Die Berufsmaturität «Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft» wird in knapp zwei von drei Fällen während der Lehre, während die Berufsmaturität «Gesundheit und Soziales» in drei von vier Fällen erst nach der Lehre erworben wird. Damit wurden im Kanton Luzern zum ersten Mal mehr Berufsmaturitäten «Gesundheit und Soziales» als «Technik, Architektur, Life Sciences» vergeben. Letztere wurde von etwas mehr als einem Drittel der Absolvent:innen lehrbegleitend abgeschlossen.

Die Berufsmaturand:innen können nun ihre Ausbildung an der Fachhochschule und mit einer Ergänzungsprüfung, der Passerelle, auch an einer Universität, einer ETH oder einer pädagogischen Hochschule fortsetzen. PD

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