11.10.2021

Hat ihren Traumjob gefunden

Jessica Janssen hat die Centerleitung im Dezember von Peter Triner übernommen. Bild: PD

Jessica Janssen hat die Centerleitung im Dezember von Peter Triner übernommen. Bild: PD

Jessica Janssen ist seit zehn Monaten Centerleiterin der Mall of Switzerland. Im Interview spricht sie über ihre Karrierepläne, ihren Führungsstil und eine besondere Postkarte.

Was ist Ihre berufliche Ausbildung?
Ich habe Betriebswirtschaft studiert und mit dem Master of Arts in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich abgeschlossen. Danach war ich in verschiedenen Funktionen in den Bereichen Retail-, Grosshandel-, Gastronomie- und Real Estate tätig und habe diverse Weiterbildungen absolviert – zuletzt eine Weiterbildung im Bereich von Immobilienmanagement. 

Haben Sie Ihre berufliche Laufbahn von Anfang an vor sich gesehen?
Nein, gar nicht. Ich war immer sehr interessiert an verschiedenen Themen und Dingen.

Was war Ihr erster Berufswunsch als Kind?
Ich wollte Tierärztin werden. Mich hat diese Welt damals beeindruckt. Schon schnell entdeckte ich dann aber meine Begeisterung und meine Liebe für den Detailhandel. Dieser Bereich fasziniert mich noch heute tagtäglich. 

Worauf sind Sie in Ihrer Laufbahn besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf die Ferien-Postkarte, die ich aus den Sommerferien von einem Lernenden als Dank erhalten habe, nachdem ich ihn durch die Lehre und die Abschlussprüfungen begleitet hatte. Auch heute sind mir das Wohlergehen und der Erfolg unserer Mitarbeitenden ein zentrales Anliegen. Ein starkes Team ist ganz entscheidend. 

Ist kompetente Unternehmensführung erlernbar?
Ja, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Dazu kommen auch Empathie, emotionale Intelligenz und eine natürliche Autorität. Diese Skills sind nur schwer erlernbar. 

Darf ein Chef bzw. eine Chefin auch Schwächen zeigen?
Ich glaube daran und bin überzeugt davon, dass eine vorgesetzte Person vor allem authentisch sein sollte. Zur Glaubwürdigkeit gehört auch, dass man je nach Situation auch eigene Schwächen eingesteht, um den gemeinsamen Erfolg zu erreichen. 

Welche sind es bei Ihnen?
Ich bin eher ungeduldig … Das kann je nach Situation auch eine Stärke sein. 

Was geht Ihnen auf die Nerven?
Ich sage Ihnen gerne, was ich schätze: Ich habe es gerne, wenn man direkt ist, auf den Punkt kommt und nicht um die Sache herumredet – und ich schätze Pünktlichkeit. 

Worüber können Sie herzlich lachen?
Lachen ist für mich wichtig. Ein Lächeln gehört zu jedem Tag – sei das über schöne Momente in meiner Arbeit, über mich selbst oder ganz einfach über lustige Situationen im Alltag. 

Was sagen Ihre Mitarbeitenden über Sie?
Das müssen Sie meine Mitarbeitenden fragen.

Wie reagieren Sie auf Kritik?
Ich bin offen für konstruktive Kritik und sehe Kritik auch als Chance, daran wachsen zu können.

Welchen Stellenwert haben für Sie soziale Netzwerke beruflich und privat?
In der heutigen Zeit und in der Verkaufsbranche sind die sozialen Netzwerke wichtig geworden. Es ist unsere tägliche Aufgabe, Trends zu erkennen und soziale Netzwerke zu nutzen, um mit unseren Kundinnen und Kunden in Kontakt zu sein und ihre Bedürfnisse zu kennen. Ich selbst nutze die sozialen Netzwerke vor allem beruflich. Privat ziehe ich es vor, die Menschen real zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.

Welches berufliche Erlebnis hat Sie am stärksten geprägt?
Es kommen mir mehrere prägende Ereignisse in den Sinn. Ich denke aber, es sind die Erfahrungen aus verschiedenen Erlebnissen, die mich zu der Person gemacht haben, die ich heute bin.

Wie lauten Ihre wichtigsten Führungsgrundsätze?
Ich bin hart in der Sache, aber immer offen und fair zu den Menschen. Für mich ist zentral: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Haben sich Ihre Führungsprinzipien in den letzten Jahren verändert?
Nein, ich lebe diese tagtäglich. Sie haben sich bewährt. 

Gibt es im Unternehmen spezielle Massnahmen zur Teamentwicklung?
Die letzten Monate waren herausfordernd. Dank einem starken Team konnte die Mall of Switzerland viel zulegen, sich entwickeln, neue Geschäfte und Restaurants eröffnen und die Corona-Zeit gut bewältigen. Das geht nur mit einem starken Team, welches Hand in Hand zusammenarbeitet. Wir verbringen viel Zeit gemeinsam bei der Arbeit. Mir ist es deshalb wichtig, dass auch Raum für gemeinsame Ausflüge oder Projekte nebst der Arbeit bleibt. Ein starkes Team ist der Schlüssel zum Erfolg.

Stellen Sie sich vor, Sie würden nochmals am Anfang Ihrer Karriere stehen: Würden Sie nochmals dasselbe erlernen oder studieren, oder wäre es etwas anderes?
Zu 100 Prozent! Ich habe mit der Funktion als Centerleiterin der Mall of Switzerland meinen Traumjob gefunden. Wir haben noch viel vor in den nächsten Jahren. Ich würde es nochmals genau gleich machen.

Wann können Sie wirklich abschalten?
Innerhalb der Familie, mit Freunden, irgendwo in der Natur oder im Garten, mit einem spannenden Buch, beim Sport, beim Spa-Moment.

Elma Softic / Marcel Habegger