20.09.2021

Hoffnung für die Weihnachtsanlässe

Die Organisatoren sind optimistisch, dass Rudolfs Weihnacht dieses Jahr wieder stattfinden wird. Bild: Pawel Streit (Archiv)

Die Organisatoren sind optimistisch, dass Rudolfs Weihnacht dieses Jahr wieder stattfinden wird. Bild: Pawel Streit (Archiv)

Die Määs wurde abgesagt, andere grössere Veranstaltungen wurden durchgeführt oder versprechen sich gute Chancen, bewilligt zu werden. Wie ist dies möglich? Bei der Määs hatte man befürchtet, dass nicht genügend Besuchende kommen.

Der Freizeitevent von Coop Andiamo in Emmen wirkte in diesem Jahr fast wie ein Konzert. Stahlgitter verhinderten, dass die Besucherinnen und Besucher die Zertifikatskontrolle umgehen konnten. «Es war ein ziemlicher Zusatzaufwand nötig», begründet Isabelle Schnüriger, Projektverantwortliche des Events, die Sicherheitsmassnahmen. Wie viele Mehrkosten durch die Abschrankungen und das Sicherheitspersonal entstanden sind, sagt Schnüriger nicht, es sei aber vor allem der zeitliche Aufwand.

Emmen war am Samstag die sechste Station von Coop Andiamo. An mehreren Durchführungsorten wurde von der Polizei bereits überprüft, ob die Zertifikatskontrollen auch gemacht werden. Bisher fiel die Bilanz der Organisatoren durchzogen aus. «Wir hatten ziemliches Wetterpech», sagt Isabelle Schnüriger. «Wenn jedoch das Wetter stimmt, kommen die Leute trotz der Massnahmen.» So kamen beispielsweise in Rheinfelden dieses Jahr so viele Leute wie nie zuvor zum Anlass.

 

Rücksicht auf Marktfahrer

An die Määs strömen natürlich deutlich mehr Leute. Trotzdem stellt sich die Frage, weshalb es die Organisatoren von Coop Andiamo geschafft haben, ihren Event durchzuführen, während die IG Messen und Märkte (IGMM) die Määs zum zweiten Mal in Folge absagen musste? «Wir haben eine andere Ausgangslage», erklärt LHMM-Präsident Rico De Bona. «Wir müssen neben den Besucherinnen und Besuchern auch an die Schaustellerinnen und Marktfahrer denken. Wir haben ihnen gegenüber eine Verantwortung und wollen sie nicht in den Ruin treiben.» Die IG befürchtete, dass bei einer Zertifikatspflicht nicht genügend Besucherinnen und Besucher gekommen wären, um ein lukratives Geschäft an der Määs zu ermöglichen. Stattdessen wird nun vom 8. bis 17. Oktober in der Messe Halle 2 und im Aussenbereich die Allmend eine Chilbi durchgeführt. Massgeblich an der Durchführung der Mini-Chilbi beteiligt ist Grossstadt- und Kantonsrätin Lisa Zanolla (SVP). 

 

Chancen für den Weihnachtsmarkt

Positiver als bei der Määs sind die Aussichten für den Lozärner Weihnachtsmarkt, der ebenfalls von der IG Luzerner Herbstmesse und Märkte veranstaltet wird. «Auf dem Franziskanerplatz haben wir einen anderen Perimeter», erklärt Rico De Bona die Unterschiede. Er rechnet damit, dass Eingangskontrollen beim Hirschengraben und beim Regierungsgebäude ausreichen würden. Rund 60 Gitter sollten hier genügen, um das Areal abzusperren. «Ich tue mich aber ehrlich noch etwas schwer mit der Vorstellung von einem Weihnachtsmarkt, umgeben von Stahlgittern», lässt de Bona in seine Gefühlslage blicken. Und auch hier gebe es Hürden: beispielsweise wie Anwohnerinnen und Anwohner ohne Zertifikat durchgeschleust werden können oder auch der Zugang zur Franziskanerkirche gewährleistet werden kann. Entsprechende Gespräche sind im Gange. Bezüglich Anmeldestand von Marktfahrenden gibt es gar keine Bedenken. «Wir wären ausgelastet», verkündet De Bona. Am 5. Oktober soll der Entscheid gefällt werden, ob der Lozärner Weihnachtsmarkt stattfinden wird.

 

An der Fertigstellung des Konzepts

Zuversicht versprüht auch Philipp Kathriner, Mitorganisator von Rudolfs Weihnacht auf dem Inseli. Der Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr nach einem Jahr Pause erneut stattfinden. 2021 gar auf einer etwas grösseren Fläche als an der Premiere, an der auf dem hinteren Inselibereich noch eine Baustelle war. «So können wir die Besuchenden etwas besser verteilen und verhindern, dass es zum Gedränge kommt», erklärt Kathriner. Da während zweier Wochen auch noch die Winter-Universiade stattfinden wird, rechnet der Mitorganisator bis gegen zusätzlich 1500 Besuchende an den Spitzentagen. Die Organisatoren gehen von einer Durchführung mit Covid-Zertifikat aus. «Alles andere hat momentan wenig Aussicht auf eine Bewilligung», weiss Kathriner. Auch er rechnet mit deutlichen Mehrkosten, wie hoch die ausfallen werden, werde derzeit noch ausgerechnet. Das Sicherheitskonzept soll in den nächsten Tagen fertiggestellt werden.

Marcel Habegger