13.07.2021

Zuerst Jurist, jetzt Unternehmer

Ursprünglich wollte er Hotelier werden, studierte dann Recht, ist aber nun seit 18 Jahren Inhaber von Betten Thaler. Bild: PD

Ursprünglich wollte er Hotelier werden, studierte dann Recht, ist aber nun seit 18 Jahren Inhaber von Betten Thaler. Bild: PD

Gregor Thaler (48) ist seit 2004 Geschäftsinhaber des auf Betten spezialisierten Unternehmens Betten Thaler. Im Interview erklärt er, weshalb er heute Verkäufer anstatt Jurist ist und blickt auf seine bisherige Karriere zurück.

Was ist Ihre berufliche Ausbildung?
Master of Law, Nachdiplomstudium Betriebswirtschaft.

Wie wird ein Jurist Verkäufer von Betten?
Ich durfte das Lebenswerk meiner Eltern 2004 kaufen und weiterentwickeln. Somit konnten wir eine familieninterne Nachfolgelösung realisieren.

Haben Sie Ihre berufliche Laufbahn von Anfang an vor sich gesehen?
Das hat sich alles wunderbar entwickelt, wie das Leben so spielt.

Was war Ihr erster Berufswunsch als Kind?
Hotelier. Diese Affinität darf ich heute als Ausstatter verschiedener Hotels mit viel Freude pflegen. Das Hotel als Treffpunkt und Ort des Genusses ist etwas Wunderbares und passt hervorragend zum Schlafgenuss.

Auf was sind Sie in Ihrer Laufbahn besonders stolz?
Stolz bin ich auf mein Dream-Team, welches Unglaubliches leistet und mich in meiner Arbeit fantastisch unterstützt und sich für unsere Kundinnen und Kunden mit Herzblut engagiert.

Ist kompetente Unternehmensführung erlernbar?
Teile davon kann jede und jeder erlernen. Das Wichtigste scheinen mir die Werte und die Hingabe zu einem Thema zu sein. Wer beseelt von einer Aufgabe ist, kann alles schaffen. Ohne dies dürfte die beste Theorie wenig Erfolge bringen.

Darf ein Chef auch Schwächen zeigen?
Jede Chefin/jeder Chef ist ein Mensch mit all seinen Schattierungen. Schwächen zeigen bedeutet, Support der anderen anzunehmen und einen positiven Ausgleich schaffen.
Welche sind es bei Ihnen?
Ich bin froh, dass unsere Kundendienst-Männer unsere schönen Betten liefern und montieren, hier bin ich weniger begabt. Weiter arbeite ich daran, meine Geduld zu verbessern, das gelingt mir teilweise.

Was geht Ihnen auf die Nerven?
Für mich sind alle Menschen gleich. Mich nervt es, wenn Menschen beispielsweise unterschiedlicher Herkunft oder aus anderen Teilen der Gesellschaft stigmatisiert werden. Persönlich finde ich gerade die Vielfalt der Menschen in meinem Geschäft das Spannendste überhaupt. 
Worüber können Sie herzlich lachen?
Über vieles, und auch über mich. Situationskomik erlebe ich zum Glück jeden Tag. Gerade auch mit unseren Kundinnen und Kunden ist viel Humor im Spiel und viele Begegnungen zaubern ein Lächeln aufs Gesicht.

Wie reagieren Sie auf Kritik?
Durch Reibung entsteht Neues. Wenn sie mit Anstand geäussert ist, bin ich offen dafür. Mit zunehmendem Alter steigt die Gelassenheit, zum Glück.

Welchen Stellenwert haben für Sie soziale Netzwerke, beruflich und privat?
Ich lebe und baue permanent an einem tragfähigen Netz, aus allen möglichen neuen Möglichkeiten, beispielsweise Hotels, soziale Einrichtungen, Produkte-Innovationen.

Was sagen Ihre Mitarbeitenden über Sie?
Mit ihm ist es immer spannend und die Tage vergehen wie im Fluge. Sie schätzen den «Drive». Manchmal fordere ich viel und es gibt immer wieder vielen frischen Wind.

Welches berufliche Erlebnis hat Sie am stärksten geprägt?
Die Eurokrise 2015 drei Monate vor der Eröffnung unseres neuen Formates «sleepgreen» war ein Schock und hat mich enorm gefordert. Zum Glück ist alles gut gekommen und die Kundinnen und Kunden haben uns auch am Pilatusplatz ins Herz geschlossen.

Wie lauten Ihre wichtigsten Führungsgrundsätze?
Der Mensch steht immer an erster Stelle. Werte im Team erarbeiten, leben, weiterentwickeln. Vertrauen schenken. Ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich das Team wohlfühlt, damit sich die Kundinnen und Kunden geborgen fühlen.

Haben sich Ihre Führungsprinzipien in den letzten Jahren verändert?
Sie sind grundsätzlich gleich geblieben. Mit dem Wachstum der Firma gebe ich mehr Verantwortung an meine Teams ab.

Gibt es im Unternehmen spezielle Massnahmen zur Teamentwicklung?
Wir legen Wert auf eine achtsame Firmenkultur. Letzten Herbst hat das ganze Team beispielsweise in unserem Partnerhotel Kemmeriboden-Bad gefeiert und übernachtet. 

Stellen Sie sich vor, Sie würden nochmals am Anfang Ihrer Karriere stehen: Würden Sie nochmals dasselbe studieren oder wäre es etwas anderes?
Ich bin für jeden Schritt einfach nur dankbar, ebenso für alle Menschen, die mich gefördert und gefordert haben. 

Wann und wo können Sie wirklich abschalten?
Natürlich in unserem Schlafzimmer, beim Jogging im Wald, im und auf dem Wasser sowie bei einem tollen Buch, beispielsweise gerade ein Maine-Krimi von Hansjörg Schertenleib aus dem wunderbaren Kampa-Verlag.

Marcel Habegger/Elma Softic