Schärer Linder

05.07.2021

Ein Luzerner wirbt für Zürich

«Es gibt auch in der Region Zürich viele schöne Plätze», sagt der Luzerner Hotelier Martin von Moos. Bild: Marcel Habegger

«Es gibt auch in der Region Zürich viele schöne Plätze», sagt der Luzerner Hotelier Martin von Moos. Bild: Marcel Habegger

Martin von Moos ist seit sechs Jahren Präsident des Zürcher Hoteliervereins sowie Geschäftsführer von Hotels in Rüschlikon und Thalwil. Im Sommer hofft er erneut auf zahlreiche Gäste aus der Innerschweiz.

Luzern Tourismus erlebte vor einem Jahr einen erfreulichen Sommer. Zumindest was die Anzahl Schweizer Gäste betrifft. Da viele nicht ins Ausland reisen konnten, entdeckten sie die Heimat. Für Luzernerinnen und Luzerner mag es logisch erscheinen, dass Herr und Frau Schweizer auch die Innerschweiz entdecken wollen.

Zürich Tourismus möchte im Jahr 2021 noch ein grösseres Stück von diesem Kuchen und mehr einheimische Gäste in ihre Region locken. Einer, der dies ebenfalls freuen würde, ist der Luzerner Martin von Moos, selbst Geschäftsführer der Hotels Belvoir in Rüschlikon und Sedartis in Thalwil. Manch einer wird sich fragen, wie ein Luzerner für die Tourismus-Region Zürich werben kann? «Ich denke, wir mögen einander den Erfolg gönnen», sagt von Moos mit einem Lächeln. «Wenn mich ein Gast fragt, was er während vier Tagen alles machen soll, schlage ich ihm auch einen Tagesausflug nach Luzern vor.»

Ausgesucht hat er sich die Region Zürich nicht explizit. Nach viereinhalb Jahren in Asien fand er in Zürich einen Job. Zuerst wohnte er auch in Zürich, heute ist er in Merlischachen zu Hause. Zu Luzern hat er aber noch heute viele Verbindungen und ist beispielsweise in der Gesellschaft der Herren zu Schützen, deren Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Er stammt aus der Von-Moos-Stahl-Familie. Gegen Zürich werde oft mehr aus Reflex hämisch gefoppt, vermutet er. «Das sind mehr Klischees.» Er sei weiterhin stolzer FCL-Fan.

 

Luzern gar nicht so unähnlich

Es gebe aber tatsächlich in Zürich einiges zu entdecken, erzählt von Moos, der den Zürcher Hotelierverein seit sechs Jahren präsidiert. Und dies hätten gerade während des letzten Jahres auch zahlreiche Innerschweizer getan. «Viele waren positiv überrascht, wie viel man hier machen kann», erzählt der 58-Jährige. So anders als Luzern sei Zürich auch gar nicht. «Wir haben auch einen See, eine schöne Altstadt, Wanderrouten und ländliche Gebiete», macht von Moos für die Tourismus Region Zürich Werbung. Dennoch gibt er zu: «An die Schönheit des Vierwaldstättersees kommt der Zürichsee nicht heran.» 

Hotspots wie den Schwanenplatz oder die Kapellbrücke, die zu normalen Zeiten im Sommer von Einheimischen wegen der zahlreichen Touristen gemieden werden, kennt man in Zürich allerdings nicht. «Zürich war bis 2019, bis vor der Pandemie, die grösste Tourismusregion der Schweiz, hier verteilt es sich einfach besser», stellt von Moos klar.

Beim kulinarischen Angebot von Zürich kommt der Luzerner ins Schwärmen: «Inzwischen ist hier das Food-Mekka der Schweiz», sagt er. Tatsächlich hat Zürich die grösste Dichte an Gourmetköchen. Auch das «Belvoir», in dem von Moos Geschäftsführer ist, zählt 15 Gault-Millau-Punkte. «Es gibt aber auch die einfache Küche wie beispielsweise Frau Gerolds Garten in Zürich West mit einem super Trendkonzept. Es hat natürlich auch internationale Küchen, Zunfthäuser mit traditionellem Angebot, Trendlokale und Seebeizen. Dieses weiterreichende Angebot ist in der Schweiz einmalig», ist sich von Moos sicher. Vom 16. bis 26. September findet zum 6. Mal «Food Zürich» mit einem Mix aus Streetfood und «Gault-Millau»-Küche statt.

Etwas neidisch klingt Martin von Moos beim Thema Kultur – zumindest zunächst: «Wir haben leider kein KKL, aber die Kunsthauserweiterung in Zürich ist sensationell und mit dem Opernhaus hat Zürich auch sehr viel Potenzial», verspricht er.

Von Moos rechnet damit, dass das renovierte Mandarin Orientel Palace Luzern, welches im Jahr 2022 wiedereröffnet wird, Luzern einen grossen Boost verschaffen wird und mag dies der Region auch gönnen. «Früher hat da noch eher jede Region für ihr Gärtchen geschaut. Heute sind wir wohl einfach alle froh, wenn internationale Gäste in der Schweiz Ferien machen, egal ob in Zürich oder Luzern.»

Marcel Habegger

 

Box: Ausflugtipps von Martin von Moos
Uetliberg – via Felseneggbahn über den Uetliberg, anschliessend mit der Uetlibergbahn wieder runter. www.utokulm.ch

Insel Ufenau – Klosterinsel vor Pfäffikon, www.inselufenau.ch

Pfannenstiel-Weg – von Forch nach Meilen Wanderung über den Pfannenstielrücken bietet schönste Aussichten auf den Zürichsee.
www.zuerich.com/de/besuchen/sport/pfannenstiel-weg

Schloss Rapperswil SG  www.schlossrapperswil.com