Schärer Linder

01.06.2021

Velorennen um 7 Uhr morgens

Der Veloclub Kriens feierte am Mittwoch sein 125-Jahr-Jubiläum. Ein Verein, der sowohl schöne wie harte Zeiten hinter sich hat. In den 1960er-Jahren bestand der Verein lediglich aus fünf Töfffahrern. Zur Feier geladen waren auch Einwohnerratspräsident Tomas Kobi (l.) und Stadtrat Roger Erni (blaues Hemd, hinterste Reihe). Bild: Bruno Gisi
Ein Bild von einer zweitägigen Ausfahrt 1978: der damalige Präsident Ernst Baumgartner mit roter Jacke, der heutige Präsident Christian Portmann mit schwarzem Tenü. Bild: ZVG
Die jährlichen Klubrennen waren früher das Hauptereignis des Vereinslebens. Auf diesem Bild ist eine Krienser Rennmannschaft im Jahr 1927 zu sehen. Bild: ZVG

Der Veloclub Kriens feierte am Mittwoch sein 125-Jahr-Jubiläum. Ein Verein, der sowohl schöne wie harte Zeiten hinter sich hat. In den 1960er-Jahren bestand der Verein lediglich aus fünf Töfffahrern. Zur Feier geladen waren auch Einwohnerratspräsident Tomas Kobi (l.) und Stadtrat Roger Erni (blaues Hemd, hinterste Reihe). Bild: Bruno Gisi

Der Veloclub Kriens feierte am Mittwoch sein 125-Jahr-Jubiläum. Ein Verein, der sowohl schöne wie harte Zeiten hinter sich hat. In den 1960er-Jahren bestand der Verein lediglich aus fünf Töfffahrern. Zur Feier geladen waren auch Einwohnerratspräsident Tomas Kobi (l.) und Stadtrat Roger Erni (blaues Hemd, hinterste Reihe). Bild: Bruno Gisi
Ein Bild von einer zweitägigen Ausfahrt 1978: der damalige Präsident Ernst Baumgartner mit roter Jacke, der heutige Präsident Christian Portmann mit schwarzem Tenü. Bild: ZVG
Die jährlichen Klubrennen waren früher das Hauptereignis des Vereinslebens. Auf diesem Bild ist eine Krienser Rennmannschaft im Jahr 1927 zu sehen. Bild: ZVG

Ein Bild von einer zweitägigen Ausfahrt 1978: der damalige Präsident Ernst Baumgartner mit roter Jacke, der heutige Präsident Christian Portmann mit schwarzem Tenü. Bild: ZVG

Der Veloclub Kriens feierte am Mittwoch sein 125-Jahr-Jubiläum. Ein Verein, der sowohl schöne wie harte Zeiten hinter sich hat. In den 1960er-Jahren bestand der Verein lediglich aus fünf Töfffahrern. Zur Feier geladen waren auch Einwohnerratspräsident Tomas Kobi (l.) und Stadtrat Roger Erni (blaues Hemd, hinterste Reihe). Bild: Bruno Gisi
Ein Bild von einer zweitägigen Ausfahrt 1978: der damalige Präsident Ernst Baumgartner mit roter Jacke, der heutige Präsident Christian Portmann mit schwarzem Tenü. Bild: ZVG
Die jährlichen Klubrennen waren früher das Hauptereignis des Vereinslebens. Auf diesem Bild ist eine Krienser Rennmannschaft im Jahr 1927 zu sehen. Bild: ZVG

Die jährlichen Klubrennen waren früher das Hauptereignis des Vereinslebens. Auf diesem Bild ist eine Krienser Rennmannschaft im Jahr 1927 zu sehen. Bild: ZVG

Der Velo-Club Kriens feiert seinen 125. Geburtstag und blickt auf eine Vereinsgeschichte zurück, die im 19. Jahrhundert mit der Erfindung des modernen Velos ihren Anfang nahm.

Sie sind heute gefragter denn je: Ob für den Berg hinauf, den Weg zur Arbeit oder einen Ausflug in die Natur – Fahrräder erleben zurzeit einen regelrechten Boom. Der Velo-Club Kriens (VCK) glaubte schon lange, bevor es Mountainbikes und elektrobetriebene Fahrräder gab, an das Zweirad. Zehn Jahre nachdem mit dem Niederrad ein Prototyp des modernen Velos erfunden war, wurde der Verein am 26. Mai 1896 von acht jungen Männern in Kriens gegründet. 

125 Jahre und ein ganzes Jahrhundert später feiert der Velo-Club Kriens sein grosses Jubiläum. Der Blick zurück zeigt: Der Verein blieb bestehen, das Angebot hat sich aber verändert. «Früher ging es bei unseren Klubrennen sehr kämpferisch zu und her», erzählt Christian Portmann, Präsident des VCK (oberes Bild, Bildmitte mit schwarzer Maske). «Heute veranstalten wir keine Klubwettkämpfe mehr, einzig seit 2019 im Frühjahr ein Mittwochabendrennen des CKW-Cups. Wir organisieren für Biker und Rennvelofahrer aber nach wie vor Ausfahrten und Touren. Und nebst dem Velofahren kommt bei gemeinsamen Wanderungen, Picknicken und Spielabenden auch das Gesellige nicht zu kurz.» 

 

Rennvelo für 50 Franken

Einer, der die früheren Zeiten des Vereins hautnah miterlebte, ist Ernst Baumgartner. Der heutige Ehrenpräsident ist seit 60 Jahren Mitglied beim VCK. «Früher führten 
wir um 7 Uhr morgens Klubrennen auf der Strasse durch. Um diese Uhrzeit waren dazumal praktisch keine Autos unterwegs – heute wäre dies undenkbar», erinnert sich der 77-Jährige. Auch trainiert wurde auf den öffentlichen Strassen, was mit dem zunehmenden Verkehr ebenfalls schwierig geworden ist. «Dies ist sicherlich ein Grund, weshalb das Mountainbike heute so gefragt ist», sagt der Ehrenpräsident. «Damit kann man einfach dem Verkehr entfliehen und abseits der Strassen mitten in der Natur trainieren.» Eine Möglichkeit, die Ernst Baumgartner in seiner Jugendzeit noch nicht hatte. Das Mountainbike gab es damals noch nicht. Bei der Armee entdeckte der Krienser als Militärradfahrer seine Leidenschaft fürs Zweirad. Für 50 Franken kaufte er sich dann sein erstes Rennvelo und trat als 17-Jähriger dem Velo-Club bei. 

Ernst Baumgartner hat aber nicht nur rosige Vereinszeiten erlebt. Als er 1966 Präsident wurde, waren paradoxerweise nur fünf Töfffahrer Mitglied beim VCK. «Das Motorrad machte dem Velo in den Sechzigerjahren so sehr Konkurrenz, dass wir den Klub kurzzeitig sogar in Rad- und Motorfahrerverein Kriens umgetauft haben.» Anfang der 1980er-Jahre brachte die Freizeit- und Fitnesswelle aus Amerika aber wieder neuen Schwung in die Velobranche, sodass der Verein wieder seinen ursprünglichen Namen zurückerhielt. «Die Mitgliederzahl wuchs in den Achtzigerjahren sprunghaft an», erinnert er sich. «Unsere jährlichen Rundfahrten wie beispielsweise jene von Mailand nach San Remo waren sehr begehrt.»

 

Vereinsnachwuchs ist gesucht

Heute tut sich der VCK trotz des Velobooms wieder schwerer, neue Mitglieder zu finden. «Ein Grund dafür ist sicherlich, dass das Vereinsmodell nicht mehr so gefragt ist», meint Christian Portmann. «Es gibt heute so viele Angebote, die man buchen kann, ohne an die Verpflichtungen eines Vereins gebunden zu sein. Die Leute mögen das Unverbindliche. Zudem ist Velofahren kein Mannschaftssport, sodass man nicht zwingend einem Klub beitreten muss.»

Trotzdem bleibt der Vereinspräsident zuversichtlich. «Das Velofahren hat eine grosse Zukunft. Wir versuchen, die Leute dafür zu begeistern, indem wir Touren anbieten, die ihrem Leistungsniveau entsprechen, sie gleichzeitig aber auch fordern.» Das E-Bike eröffnet dabei ganz neue Möglichkeiten. Wer weniger fit ist, kann mit der Unterstützung eines elektrobetriebenen Motors trotzdem an Ausfahrten teilnehmen. «Das Schöne am Velo ist, dass man vorankommt, dabei aber trotzdem etwas von der Natur und Umgebung mitbekommt», so Portmann. «Dadurch wird jede Fahrt zu einem neuen Abenteuer und Erlebnis.»

Anna Meyer

Mehr Infos: www.vckriens.ch