Schärer Linder

01.06.2021

Vom Heim zum Begegnungsort

Blick von der Hofmatt. Visualisierungen: Atelier WW mit Renderisch Architekturvisualisierungen
Blick von der Grossfeldstrasse (rechts: Hofmatt).
Lichtdurchflutete Räume sollen für ein gemütliches «Zuhause» sorgen.
Die Aufenthaltsbereiche werden wie Wohnzimmer geplant.

Blick von der Hofmatt. Visualisierungen: Atelier WW mit Renderisch Architekturvisualisierungen

Blick von der Hofmatt. Visualisierungen: Atelier WW mit Renderisch Architekturvisualisierungen
Blick von der Grossfeldstrasse (rechts: Hofmatt).
Lichtdurchflutete Räume sollen für ein gemütliches «Zuhause» sorgen.
Die Aufenthaltsbereiche werden wie Wohnzimmer geplant.

Blick von der Grossfeldstrasse (rechts: Hofmatt).

Blick von der Hofmatt. Visualisierungen: Atelier WW mit Renderisch Architekturvisualisierungen
Blick von der Grossfeldstrasse (rechts: Hofmatt).
Lichtdurchflutete Räume sollen für ein gemütliches «Zuhause» sorgen.
Die Aufenthaltsbereiche werden wie Wohnzimmer geplant.

Lichtdurchflutete Räume sollen für ein gemütliches «Zuhause» sorgen.

Blick von der Hofmatt. Visualisierungen: Atelier WW mit Renderisch Architekturvisualisierungen
Blick von der Grossfeldstrasse (rechts: Hofmatt).
Lichtdurchflutete Räume sollen für ein gemütliches «Zuhause» sorgen.
Die Aufenthaltsbereiche werden wie Wohnzimmer geplant.

Die Aufenthaltsbereiche werden wie Wohnzimmer geplant.

Die Krienser Altersversorgung wird um ein Angebot reicher. Das heutige Heim Grossfeld wird sich in den kommenden Jahren mit zwei Neubauten zum Lebens- und Begegnungszentrum wandeln.

Wie können die Wohnbedürfnisse der immer älter werdenden Menschen in den kommenden Jahren abgedeckt werden? Vor dieser Frage steht auch die Stadt Kriens bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote in der Alters- und Gesundheitsversorgung. Umso mehr, als sich diese Bedürfnisse in den vergangenen Jahren fundamental verändert haben. Bei der Heime Kriens AG ist dieser Wandel der Bedürfnisse Grundlage für Leitbild und strategische Ausrichtung. Und er stand am Anfang der Überlegungen, wie das heutige Altersheim Grossfeld erneuert werden könnte, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Das markante Gebäude des heutigen Heimes Grossfeld in der für seine Bauzeit typischen Sichtbetonbauweise weist Mängel auf. Die kleinräumige Struktur verhindert zeitgemässe Betreuungs- und Pflegeformen. In einem anonymen, zweistufigen, offenen Architekturwettbewerb haben sich deshalb Fachleute verschiedenster Spezialgebiete Gedanken gemacht, wie auf dem Areal ein zeitgemässes Wohn- und Betreuungsangebot für betagte Menschen geschaffen werden kann. Ergänzend zu den Institutionen Zunacher 1 und 2, aber auch zu den jüngst eröffneten Wohnangeboten im Lindenpark und im Schweighof.

Jetzt wurde der Wettbewerb abgeschlossen. Das Siegerprojekt «Tre Giardini» (drei Gärten) stammt vom Planerteam Atelier WW Architekten SIA AG (Zürich) und Cadrage Landschaftsarchitekten (Zürich).

Es sieht auf dem Areal des heutigen Grossfeld-Heimes (Horwerstrasse/Grossfeldstrasse, anschliessend an die Hofmatt-Überbauung) zwei Neubauten vor: ein Wohngebäude mit 30 Zweieinhalb-Zimmer-Pflegewohnungen sowie ein Doppelgebäude mit 56 Pflegezimmern (8 Wohnungen à je 7 Zimmer) und weiteren 16  Pflegewohnungen. Auf der Erdgeschossebene befinden sich Allgemeinräume, Infrastruktur sowie gewerblich nutzbare Räume.

 

Sichtbetonbau verschwindet

Das neue Zentrum verzichtet bewusst auf einen zentralen Eingang und vermeidet so den Heimcharakter. Dieser Gedanken zieht sich über das gesamte Areal. Wohnlichkeit und Behaglichkeit sollen den Menschen das Gefühl von Heimat und Zuhausesein vermitteln – ein wichtiges Element der inhaltlichen Ausrichtung der Heime Kriens AG. Sie stellt das Wohnen in den Mittelpunkt – der «Betrieb» des Heimes mit Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft rückt so weit wie möglich in den Hintergrund. Da ist es geradezu symbolisch, dass der heutige Sichtbetonbau verschwindet. Der Umgang mit diesem Betonbau war den Planungsteams bewusst freigestellt. Das siegreiche Planungsteam war nun der Meinung, dass mit zwei Neubauten städtebaulich und betrieblich die bessere Lösung erreicht werden könne. Das fand auch die Jury, die bis zum Schluss des Wettbewerbes je ein Projekt mit Teilerhalt des heutigen Baus und ein Projekt ohne Erhalt zu bewerten hatte.

 

Holzfassaden und Dachterrassen

Geplant sind jetzt auf dem Areal zwei Gebäude. Das Wohngebäude ist dabei im vorderen Bereich des Grundstücks gegen die Horwerstrasse hin platziert. Das Haus mit den Pflegezimmern steht am Ort des heutigen Altersheims. Die zwei symmetrisch aufgebauten Gebäudeteile werden im Zentrum durch Gemeinschaftsräume zusammengefasst, die auf allen Etagen variabel genutzt werden können. Beide Gebäude werden als sechsgeschossige Bauten erstellt, deren Holzfassaden ein wichtiges Merkmal sein werden. 

 

Grüne Parklandschaft

Ein wichtiger Stellenwert kam im Projekt «Tre Giardini» auch der Gestaltung der Aussenräume zu. So entsteht direkt anschliessend an das Hofmatt-Areal eine parkähnliche Landschaft, welche auch das Schulhaus Grossfeld miteinbezieht. Die Grünzonen schaffen einen Mix aus Ruhezonen und belebten Zentrumszonen. Auf diesem Weg wird das gesamte Areal zur generationenübergreifenden Begegnungszone. Zu dieser Idee einer Grünzone gehört auch, dass die markante «Villa Grossfeld» am Kreisel Anderallmend in die Parklandschaft einbezogen wird. Das Areal soll – bis auf eine Zufahrt– komplett autofrei sein. Die Erschliessung der neuen Tiefgarage erfolgt durch die unterirdische Hofmatt-Einstellhalle. Besuchende nutzen auch die Parkplätze dort. Oberirdische Besucherparkplätze gibt es nur sehr wenige.

Das Siegerprojekt hat bereits zwei Wettbewerbsstufen und am Schluss eine Bereinigungsphase hinter sich. Nun wird es von der Stadt Kriens an die Heime Kriens zur Umsetzung übergeben. Nach Vorliegen der Baubewilligung ist eine etappierte Umsetzung. Zuerst soll das neue Wohnhaus erstellt werden. Sobald dieses bezogen ist, wird mit dem Rückbau des ersten Teils des heutigen Heimes gestartet und das neue Gebäude gebaut. Dabei werden Teile des Altbaus in Betrieb gehalten, um alle Dienstleistungen wie etwa Wäscherei, Küche weiterhin erbringen zu können. Als dritte Etappe schliesslich wird der Rest des Altbaus rückgebaut und die gesamte Umgebung wird erstellt.

 

Kosten über 50 Millionen Franken?

Mit der Durchführung des Architekturwettbewerbes hat die Stadt Kriens eine ihrer letzten Aufgaben in Zusammenhang mit der Verselbstständigung der Heime Kriens AG erledigt. Sie wird jetzt wie geplant das Land und die heutigen Gebäude der Heime Kriens AG im Baurecht übertragen – mit der Verpflichtung, das Siegerprojekt des Wettbewerbes umzusetzen. Die Verantwortlichen rechnen mit Baukosten über 50 Millionen Franken. Bis die Bewohnerinnen und Bewohner einziehen können, wird es ebenfalls noch etwas dauern. Mit der Baueingabe ist in zwölf bis 18  Monaten zu rechnen. Sobald die Baubewilligung vorliegt, dürfte die Bauzeit zwei bis drei Jahre dauern.

PD

 

Box: Projektausstellung
Es ist geplant, die Projekte der 2. Stufe im Foyer des Stadthauses Kriens auszustellen.

Freitag, 11.6., bis Sonntag, 20.6.2021
Montag bis Freitag: 9–17 Uhr
Samstag/Sonntag: 10–16 Uhr