Schärer Linder

31.05.2021

CKW wehrt sich gegen Vorwürfe

Visualisierung der Kraftwerkszentrale unterhalb der Chrutacherbrücke in Flühli. Ab hier fliesst das entnommene Wasser zurück in die Waldemme und durch die Lammschlucht. Bild: CKW

Visualisierung der Kraftwerkszentrale unterhalb der Chrutacherbrücke in Flühli. Ab hier fliesst das entnommene Wasser zurück in die Waldemme und durch die Lammschlucht. Bild: CKW

Die CKW hat die von Umweltverbänden in ihrer Einsprache gegen das Wasserkraftwerk Waldemme angeführten Unstimmigkeiten bei Messdaten umfassend untersuchen lassen. Die Untersuchungen bestätigten die Angaben der CKW.

Vertiefte Abklärungen von der CKW widerlegen die Vorbehalte gegen das Konzessionsgesuch für das Wasserkraftwerk Waldemme. Die in der Einsprache der Umweltverbände Aqua Viva, Pro Natura, WWF und Fischereiverband Luzern angeführten Unstimmigkeiten bei den Abflussdaten ergeben sich aufgrund von Messungenauigkeiten bei der kantonalen Abflussmessstation Landbrügg an der Kleinen Emme in Schüpfheim. Aus diesem Grund sei ein direkter Vergleich der Messreihen nicht zulässig und die Vorbehalte bezüglich der Wirtschaftlichkeit treffe nicht zu, schreibt die CKW in einer Mitteilung. Das Kraftwerk Waldemme sei wirtschaftlich und könne dereinst erneuerbaren und klimafreundlichen Strom für 1500 Haushalte liefern. «Wenn wir von der Wirtschaftlichkeit nicht überzeugt wären, hätten wir die Projektierung längst abgebrochen», betont Martin Schwab, CEO von CKW.

 

Umfangreiche Untersuchungen

Die Planung des Kraftwerks basiert auf Messungen, die während neun Jahren direkt bei der geplanten Wasserfassung beim Weiler Matzenbach in Flühli vorgenommen wurden. Die dort gemessenen Daten sind im Vergleich zu der kantonalen Messstelle in Sörenberg (oberhalb des Kraftwerks) und der Messstelle des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) in Wertenstein (unterhalb des Kraftwerks) gemäss CKW plausibel. Unstimmigkeiten im relevanten Bereich ergeben sich nur bei den Daten der Messstelle Landbrügg an der Kleinen Emme in Schüpfheim. CKW hat die Datenqualität dieser Messstation deshalb umfassend prüfen lassen. Dazu wurde von externen Spezialisten eine detaillierte Datenanalyse durchgeführt. Das Fazit ist klar: Die Tests weisen auf signifikante Abweichungen in den Abflussdaten bei geringen und mittleren Abflussmengen hin. Man kann davon ausgehen, dass insbesondere die Messresultate der Jahre 2015 bis 2018 deutlich zu tief sind. Konkret geht es um Abweichungen von mehreren tausend Litern pro Sekunde. Die Abflussdaten der Station sind, wie die CKW weiter schreibt, daher zur Abschätzung eines langfristigen Zuflusses für das Kraftwerk Waldemme nicht geeignet. Dafür muss eine mehrjährige Datenreihe herangezogen werden, welche das Abflussregime des Einzugsgebietes korrekt widerspiegelt. Diese Kriterien werden mit den Messungen bei der Wasserfassung des Kraftwerks erfüllt. Die Datenqualität dieser Messreihe wurde mehrmals geprüft und bestätigt.

 

CKW fordert Reaktion

CKW hat letzte Woche ihre Stellungnahme zur Einsprache beim Kanton Luzern eingereicht. «Wir sind überzeugt, dass wir mit der vorliegenden Variante ein mehrheitsfähiges und wirtschaftliches Projekt eingereicht haben, welches auch die früheren Einwände der Umweltverbände genügend berücksichtigt», sagt Martin Schwab. Im Gegensatz zur ursprünglichen Variante bleibt mit dem jetzigen Projekt die Lammschlucht unberührt. Gleichzeitig wird im Rahmen des Projektes ein stark verbauter Abschnitt der Waldemme auf einer Distanz von über einem Kilometer wieder fischgängig gemacht. Das Kraftwerk Waldemme leistet einen wichtigen Beitrag, um die energie- und klimapolitischen Ziele im Kanton Luzern zu erreichen.

Nicht zuletzt schafft das 13-Millionen-Projekt auch Aufträge und Wertschöpfung für die Luzerner Wirtschaft. Ein massgeblicher Teil des Auftragsvolumens wird im Kanton Luzern bleiben. «Im Sinne der Energiewende muss es möglich sein, dass wir solche Projekte in der Schweiz realisieren können. Dazu braucht es zielgerichtetes Handeln aller Seiten. Man kann nicht für die Energiewende, den Ausbau erneuerbarer Energien und mehr Klimaschutz sein und gleichzeitig jedes Projekt blockieren», so Schwab. 

CKW hat mit der starken Redimensionierung des Projektes und dem intensiven Dialog mit allen Beteiligten einen grossen Schritt gemacht. Nun liege der Ball bei den Umweltverbänden. «Wir wollen das Projekt gemeinsam mit ihnen zum Erfolg führen, dazu braucht es einen Rückzug der Einsprache», sagt Schwab. Zu diesem Zweck wird CKW Anfang Juni erneut Gespräche mit den Einsprechern führen.

PD