14.04.2021

«Wir wollen leben und wir wollen arbeiten»

AWG-Präsident Josef Wyss. Bild: PD

AWG-Präsident Josef Wyss. Bild: PD

Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern fordert den Bundesrat zu einem Strategiewechsel und zu Öffnungsschritten auf.

Die wirtschaftspolitische Organisation Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft distanziert sich nach wie vor von Schuldzuweisungen und unterstützt prioritär gesundheitliche Massnahmen. Die AWG anerkennt die anspruchsvolle Herausforderung der Behörden, bloss: dürfe man auch aus Erfahrungen und Fehlern lernen. AWG-Präsident Josef Wyss meint: «Die schier endlose Stilllegung ganzer Branchen und auch die Homeoffice-Pflicht haben sich nur sehr bescheiden auf die Eindämmung der Pandemie ausgewirkt.» Umso grösser sei der wirtschaftliche Schaden, speziell für die im Kanton Luzern wichtigen Branchen Gastronomie, Tourismus, Kultur und Events. Aber auch hier zeigt sich die AWG differenziert: «Die Volkswirtschaft als Ganzes erweist sich als erstaunlich resistent. Aber einzelne Branchen werden regelrecht gegen die Wand gefahren.» Die magere Wirkung sei in der Schweiz mit einem relativ liberalen Shutdown genauso feststellbar wie bei den harten Lockdowns im Ausland. Vom Bundesrat erwartet die AWG am Mittwoch endlich Öffnungsschritte oder zumindest verbindliche Perspektiven. «Unsere Unternehmer wollen etwas unternehmen, die Arbeitenden wollen arbeiten, die Leute wollen leben», sagt Wyss. 

Im Vorstand der AWG Luzern sitzt auch Ständerätin Andrea Gmür. Sie hat aus der Sicht der Wirtschaft folgende Erwartung: «Es braucht jetzt zwingend einen Strategiewechsel des Bundesrates, hin zu mehr Öffnungen und Perspektiven unter Einbezug des regelmässigen, unbürokratischen Testens und eines beschleunigten Impfens.» Als Eckpunkte der neuen Strategie fordert die AWG unter anderem mehr Tempo bei den Impfprogrammen in den Kantonen und vermehrtes Testen in den Betrieben. Vor allem aber fordert die AWG möglichst bald erste, verantwortbare Öffnungsschritte; selbst wenn es nur die Bewirtschaftung der Gastro-Terrassen ist. Zudem soll an Luzerner Schulen getestet werden, und der Online-Unterricht soll möglichst rasch beendet werden. Weiter soll geprüft werden, wie mit einem Impfausweis oder Negativtest die Einschränkung der Grundrechte zunehmend aufgehoben werden können. Nicht zuletzt fordert die Arbeitsgemeinschaft, dass der Bundesrat über die Lage künftig in kürzeren Intervallen kommuniziert.

PD