13.04.2021

«Mein Weg ist mein Weg»

Für den 53-Jährigen ist die Leitung von Luzern Tourismus immer noch ein Traumjob. Bild: PD

Für den 53-Jährigen ist die Leitung von Luzern Tourismus immer noch ein Traumjob. Bild: PD

Marcel Perren ist seit 14 Jahren Direktor von Luzern Tourismus. Im Interview spricht er für einmal nicht über Corona, sondern über seinen früheren Berufswunsch, die Karriereplanung und seine Schwächen.

Haben Sie Ihre berufliche Laufbahn von Anfang an vor sich gesehen?
Die Affinität zum Tourismus wurde mir als Hotelierssohn quasi in die Wiege gelegt. Es braucht aber auch immer etwas Glück und ein passendes Timing für die Karriereplanung. Dies war bei mir der Fall. Mit 25 Jahren wirkte ich bereits als Tourismusdirektor im Lötschental.

Was war Ihr erster Berufswunsch als Kind?
Helikopterpilot. Wir wohnten im selben Haus wie ein berühmter Pilot der Air Zermatt. Entsprechend begeistert war ich vom Fliegen.

Worauf sind Sie in Ihrer Laufbahn besonders stolz?
Erfolgreicher Tourismus gelingt nur im Team. Für mich war es immer wichtig, dass wir gute und enge Kooperationsmodelle entwickeln und pflegen. In der Erlebnisregion Luzern-Vierwaldstättersee gelingt uns dies gut.

Stellen Sie sich vor, Sie würden nochmals am Anfang Ihrer Karriere stehen: Würden Sie noch einmal dasselbe erlernen oder studieren, oder wäre es etwas anderes?
Ich hatte viel Glück auf meinem Lebensweg und habe das Privileg, meinen Traumjob auszuüben. Mein Weg ist mein Weg. 

Ist kompetente Unternehmensführung erlernbar?
Führungskompetenzen wie Entscheidungs- und Delegationsfähigkeit, Selbstreflexion oder Management-Skills sind erlernbar. Es braucht aber zudem ein Gespür für Menschen und die Fähigkeit, im komplexen Alltag alles praktisch umzusetzen. Führung ist eine Mischung aus Wissen, Erfahrung und persönlichen Fähigkeiten.

Darf ein Chef bzw. eine Chefin auch Schwächen zeigen?
Auf alle Fälle. Stärken und Schwächen gehören zu jeder Persönlichkeit. Schön ist es, wenn man gezielt die Stärken einer Person weiterentwickeln kann.

Welche sind es bei Ihnen?
Das musische Talent hat mich leider nie erreicht. Im täglichen Business muss ich zudem immer wieder aufpassen, dass ich nicht zu viele Projekte parallel angehe. 

Was geht Ihnen auf die Nerven?
Rücksichtslose Menschen und ständige Nörgler empfinde ich als störend.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Situationskomik, gute Witze und auch über mich.

Was sagen Ihre Mitarbeitenden über Sie?
Das fragen Sie diese am besten selber.

Wie reagieren Sie auf Kritik?
Konstruktive Kritik spornt mich an. Hingegen wird man in einer öffentlichen Funktion auch immer wieder für Dinge verantwortlich gemacht, die man nicht wirklich beeinflussen kann.

Welchen Stellenwert haben für Sie soziale Netzwerke beruflich und privat?
Ich tausche mich oft in sozialen Netzwerken aus. Dabei sind berufliche Netzwerke und Erfahrungsgruppen, die ich zum Teil selber ins Leben gerufen habe, genauso wichtig wie etwa Serviceclubs. Privatpflege ich lieber persönliche Kontakte.

Welches berufliche Erlebnis hat Sie am stärksten geprägt?
Mit der Ausweitung der Kooperationsmodelle in der Erlebnisregion Luzern-Vierwaldstättersee sind wir zu einer der professionellsten Tourismusdestinationen der Schweiz gewachsen.

Wie lauten Ihre wichtigsten Führungsgrundsätze?
Vertraue und traue dem andern viel zu! Ich fördere das selbstständige Arbeiten, das Verantwortungsbewusstsein und die Motivation, indem ich den Mitarbeitenden grössere Projekte übertrage und sie zu aktiver Partizipation motiviere. 

Haben sich Ihre Führungsprinzipien in den letzten Jahren verändert?
Nicht grundsätzlich, das vernetzte Denken hat aber an Bedeutung zugenommen.

Gibt es im Unternehmen spezielle Massnahmen zur Teamentwicklung?
Das Thema Resilienz als Teil der Unternehmenskultur haben wir gezielt gefördert. Dazu gehören für mich Lösungsorientiertheit, Kreativität, Achtsamkeit, Selbstverantwortung und Netzwerkorientierung.

Wann und wo können Sie wirklich abschalten?
Ich reise sehr gerne mit meiner Frau, erhole mich in der Natur und in der Sauna. Daneben schätze ich aber auch eine gemütliche Jassrunde mit einem guten Glas Wein.

Elma Softic / Marcel Habegger

 

Sein Ausbildungsweg:
Marcel Perren ist Betriebsökonom HF mit einem Executive MBA der Uni Zürich. Dazwischen absolvierte er Weiterbildungen zum eidgenössisch diplomierten Marketing- und Verkaufsleiter.