Schärer Linder

23.11.2020

Zukunft für KMU mit Unsicherheiten behaftet

Demoscope befragte vor der zweiten Welle von Corona seine Mitglieder. 50 Prozent hatten 2020 weniger Aufträge. Über die Hälfte der Firmen erwartet zudem eine schlechtere Zukunft.

Bereits zum fünften Mal führte Demoscope im Auftrag des KMU- und Gewerbeverbands Kanton Luzern (KGL) die Umfrage zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren durch. Die Mitglieder des KGL schauen dabei jeweils ins kommende Jahr und darauf, wie sich dieses im Vergleich zum aktuellen Jahr entwickeln wird. Diesen Herbst nahmen 836 Unternehmen teil (Vorjahr: 682). Die Umfrage wurde zwischen Mitte September und Mitte Oktober durchgeführt, also noch knapp vor Eintreffen der zweiten Welle.

Erwartungsgemäss weniger erfreulich als in den Vorjahren präsentieren sich die Ergebnisse. 50 Prozent der Firmen verzeichneten im laufenden Jahr weniger Aufträge, 51 Prozent einen schlechteren Jahresabschluss als im Vorjahr. Auch die Prognosen für 2021 fallen gemäss den Ausführungen von Demoscope-Geschäftsführer Michael Buess nicht besonders rosig aus. Die allgemeine Wirtschaftslage im Kanton Luzern wird sich gemäss 56 Prozent der Firmen verschlechtern. Die Auftragslage in ihrem eigenen Unternehmen wird 2021 bei 38 Prozent der Firmen weiter abnehmen, während 45 Prozent an eine leicht positive Entwicklung gegenüber 2020 glauben. 

 

Leicht weniger Mitarbeitende

Auch in personeller Hinsicht zeigt sich ein Corona-Effekt. Insgesamt rechnen die Luzerner KMU mit leicht weniger Mitarbeitern als im aktuellen Jahr. In den Vorjahren zeichnete sich hier immer eine leicht positive Tendenz ab. Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden hingegen, eine der Hauptsorgen in den vergangenen Jahren, rückte in diesem Jahr in den Hintergrund und dürfte sich in naher Zukunft wieder vereinfachen. Zwei weitere interessante Ergebnisse: 56 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, kein Homeoffice anzubieten. Und für 55 Prozent war Kurzarbeit bisher nie ein Thema.

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist überzeugt, dass sich die Corona-Krise für sie selber beziehungsweise für ihre Branche mittel- bis langfristig negativ auswirken wird. Hier zeigt sich die aktuelle Ungewissheit bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern. Normalerweise wäre das KMU-Barometer an der Unternehmer-Impulsveranstaltung Luzern 21 des KGL in der Messe Luzern präsentiert worden. Stattdessen wird das KMU-Barometer in Videoformat vorgestellt. Zudem stellt KGL-Direktor Gaudenz Zemp dem designierten Regierungsratspräsidenten Marcel Schwerzmann einige pointierte Fragen im Hinblick auf das kommende Jahr. Dies ebenfalls in einem extra produzierten Video. 

Die umfassenden Resultate des KMU-Barometers 21 sowie sämtliche Videos finden Sie unter: kgl.ch/luzern21.

PD