Schärer Linder

05.10.2020

Kunstwerke für Murmeln

Erich Jacxsens baut an den Kugelbahnen bis zu 350 Stunden. Bilder: PD
Die Kugelbahn «Phoenix» mit dem integrierten Stück Holz.

Erich Jacxsens baut an den Kugelbahnen bis zu 350 Stunden. Bilder: PD

Erich Jacxsens baut an den Kugelbahnen bis zu 350 Stunden. Bilder: PD
Die Kugelbahn «Phoenix» mit dem integrierten Stück Holz.

Die Kugelbahn «Phoenix» mit dem integrierten Stück Holz.

Sie sehen zum Teil aus wie Kunstelemente: Erich Jacxsens baut seit seiner Pensionierung in Ebikon Kugelbahnen mit Schwemmholz und Wurzelstöcken. Diese Woche stellt er einige seiner Werke aus.

Fast jeder verbindet Kindheitserinnerung mit Murmelbahnen. Wie man eine Murmel nach der anderen auf die Bahn schickte, einen Stau produzierte oder den Kugeln zu viel Schuss mit auf den Weg gab und sie aus der Bahn flogen.
Die Kugelbahnen von Erich Jacxsens sind manchmal über einen Meter hoch, wiegen zwischen 5 und 40 Kilogramm und bis zur Fertigstellung dauert es zwischen 30 und 350 Stunden. Beim Äbiker nehmen die Kugelbahnen seit der Pension wieder einen grösseren Platz in seiner Freizeit ein. Zweimal pro Woche kann er in der Regel in der Werkstatt von den befreundeten Inhabern Brun und Arnold  an seinen Bahnen arbeiten – rund vier bis fünf Stück werden so pro Jahr fertiggestellt. «Mich faszinieren einerseits die Kugelbahn an sich, anderseits auch die dekorative Gestaltung, oft mit Schwemmholz, Totholz oder Wurzelstöcken kombiniert», erzählt Erich Jacxsens. Eigentlich bezeichne er die Objekte eher als chaotisch-kreative Konstruktionen denn als Kunstwerke. «Sie sollen Freude und auch ein wenig kindliche Spiellaune vermitteln», meint er zu seinen Werken, die er auch gerne mit Naturelementen bestückt. Eine gute Quelle dafür ist die Kleine Emme.
Von diesen Elementen lasse er sich auch inspirieren, wie die Kugelbahnen am Ende aussehen sollen. Denn seine Bauten haben oftmals nicht nur eine Spur, sondern bis zu vier Spuren. , Das heisst, dass auf einer Bahn bis vier Kugeln gleichzeitig unterwegs sein können. Wie die Bahnen am Ende aussehen sollen, weiss der Hobbybastler zu Beginn jeweils noch nicht. «Ich beginne jeweils oben und arbeite mich dann nach unten», erklärt er. Der Bau sei auch nicht immer erfolgreich. Ein gutes Stück Arbeit besteht durch Abbrechen und neu konstruieren. «Manchmal geht’s zu rasch und das Chögali fliegt aus der Schiene oder ein starker Bremser lässt es stecken», erzählt er.


Ausstellung ab Freitag

Am 9. und 10. Oktober werden einige seiner Werke im Autohaus Imholz, an der Luzernerstrasse 49 in Ebikon ausgestellt. Seine Chügelibahnen schmücken mittlerweile Wohnzimmer, Altersheime, Eventlokale und Praxen. Einen grossen Verdienst erzielt er damit nicht, aber das ist schliesslich auch nicht das Ziel: «Es gibt ein gutes Sackgeld», sagt er zu seinem Lohn.


Marcel Habegger