Schärer Linder

28.02.2020

Toyota C-HR Hybrid: Benzin sparen mit Showeffekt

Auch vier Jahre nach der Präsentation: Der C-HR fällt mächtig auf. Bild: Andréas Härry

Auch vier Jahre nach der Präsentation: Der C-HR fällt mächtig auf. Bild: Andréas Härry

Optisch eine Sportflunder, an der Tankstelle öko: Mit neuer Motorisierung erfüllt dieses originelle Hybrid-Crossover von Toyota viele Erwartungen.

Ein Schaf im Wolfspelz war er bei der Lancierung 2015. Der Hybridmotor mit 122-PS-Systemleistung entfacht kein Feuerwerk von Emotionen. Im Gegensatz zum Karosseriedesign des C-HR, das mit seinem sportiven Genre-Mix hohe Erwartungen an den Fahrspass weckt. Den Motor gibt’s immer noch. Aber auch einen anderen. Der Jahrgang 20 des Limousinen-Sportcoupé-SUVs bekommt auf Wunsch den 2,0-Liter-Hybriden mit 184 PS Systemleistung, der schon in anderen Toyota-Modellen überzeugt. So geht’s standesgemäss vorwärts, der C-HR benimmt sich seiner Optik angepasst. Damit es klar ist: Auch mit dieser Motorisierung – ohne Turbo – ist der Wagen kein Drehmoment-Riese, der «Schuh-in-den-Hintern-Effekt» beim Beschleunigen bleibt aus.

Gummiband


Die beim Toyota Hybrid traditionell stufenlose Automatik sorgt bei hohem Gaseinsatz für den bekannten Gummibandeffekt mit gleichbleibender, hoher Drehzahl, der aber genügend «Bums» generiert für rasche Überholmanöver. Den einstigen Hauptkritikpunkt dieses Motorisierungsgenres, der hohe Lärmpegel im Innern bei forcierter Fahrweise, hat Toyota inzwischen im Griff. Das Vierzylinderplärren bleibt zum grossen Teil in den Dämmmatten stecken. Die Kernkompetenz dieser Motorisierung ist – ebenso traditionell – das Laufenlassen, das Mitschwimmen im Verkehr. Da hört man vom Motor oft gar nichts, weil er gar nicht läuft und die Batterie arbeiten lässt. Wenn’s flach bleibt, sogar über mehrere Kilometer. Wird mehr Leistung abgerufen, nuschelt das Triebwerk bei Standgas oder etwas mehr präsent, aber dennoch leise vor sich hin. Die Belohnung folgt an der Tankstelle: Eine 4 vor dem Komma beim Verbrauch pro 100 Kilometer ist machbar, eine 5 die Regel, dazu muss das Gaspedal nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. Denn etwas Tempo in der Kurve macht durchaus Spass mit diesem Fahrwerk, das anderseits auch mit Rissen, Flicken und Schwellen im Asphalt sehr gut umgehen kann. Ein guter Kompromiss ist gelungen. Auch im Interieur wurde eine gute Balance zwischen sportiv und komfortabel geschaffen in Form toller Frontsitze. Die zweite Reihe kann ohne Nasenrümpfen der Betroffenen nur vorpubertären Kindern zugemutet werden – der Preis der Karosserieform.

Sichtbares Sparen


Der Kofferraum hingegen überrascht wiederum positiv mit seinem Volumen. Das Interieur ist typisch Toyota, solide, ansprechend materialisiert, aber auch Glamour-befreit. Die Instrumentierung berücksichtigt mit grosser Anzeige den Hybrid-Status des Autos. Man kriegt immer unmissverständlich mitgeteilt, ob man gerade Benzin am Verprassen oder Sparen ist. Dies verfehlt seine Wirkung auf den rechten Fuss nie. Das Assistenzangebot ist klassenkonform, die Grafik des wie eine Kinoleinwand im Raum stehenden Navis hingegen etwas angestaubt. Ganz im Gegensatz zu dieser Karosserieform, die nach jedem Aussteigen aus dem Auto ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Gut gemacht Toyota: Der Wolfspelz des C-HR 2020 hat jetzt auch reichlich Wolf in anderen Bereichen bekommen.

Andréas Härry

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