Mobilität
17.10.2022

Ein Statement für den Diesel

Ein Blick ins Cockpit. Der Sitzkomfort ist gross, genauso wie das Angebot an Assistenzsystemen.
Viel Fahrkomfort hat auch seinen Preis: Er startet bei 137 100 Franken.
Trotz kräftigem Motor blieb der durchschnittliche Verbrauch auf deutscher Autobahn unter 7l/100 Kilometer. Bilder: PD

Ein Blick ins Cockpit. Der Sitzkomfort ist gross, genauso wie das Angebot an Assistenzsystemen.

Ein Blick ins Cockpit. Der Sitzkomfort ist gross, genauso wie das Angebot an Assistenzsystemen.
Viel Fahrkomfort hat auch seinen Preis: Er startet bei 137 100 Franken.
Trotz kräftigem Motor blieb der durchschnittliche Verbrauch auf deutscher Autobahn unter 7l/100 Kilometer. Bilder: PD

Viel Fahrkomfort hat auch seinen Preis: Er startet bei 137 100 Franken.

Ein Blick ins Cockpit. Der Sitzkomfort ist gross, genauso wie das Angebot an Assistenzsystemen.
Viel Fahrkomfort hat auch seinen Preis: Er startet bei 137 100 Franken.
Trotz kräftigem Motor blieb der durchschnittliche Verbrauch auf deutscher Autobahn unter 7l/100 Kilometer. Bilder: PD

Trotz kräftigem Motor blieb der durchschnittliche Verbrauch auf deutscher Autobahn unter 7l/100 Kilometer. Bilder: PD

Für Schlagzeilen in der Autowelt sorgen derzeit vor allem E-Autos. Sie markieren, nicht selten auch optisch, den Aufbruch in eine neue Ära. Das 840d Gran Coupé von BMW gibt sich hingegen sehr traditionell – wirkt aber alles andere als veraltet.

Das gab es schon lange nicht mehr: In meinem Testwagen-Kalender tauchte neulich ein Auto mit Dieselantrieb auf. Eine Technologie, die, wenn man den Werbeplakaten glaubt, schon ausgestorben sein sollte. Doch: Der Selbstzünder steht noch im Angebot, wurde in den letzten Jahren fast schon still und heimlich immer weiterentwickelt – und wird, wenn auch immer seltener, weiterhin gekauft. Per Ende August lag der Diesel-Anteil in der offiziellen Statistik von Auto Schweiz noch bei 12,3 Prozent, wobei viele Diesel durch ein 48-Volt-Mildhybrid-System in der Statistik ins Segment «Hybrid und Mild-Hybrid» fallen, wodurch die Statistik etwas verfälscht wird. Doch selbst beide Marktsegmente zusammen kommen nur noch auf rund 37 Prozent – noch vor einigen Jahren lag der Diesel-Anteil gar bei mehr als 50 Prozent. Doch der Diesel-Skandal und die zunehmende Elektrifizierung machten dem Selbstzünder das Leben schwer und verliehen ihm ein dreckiges Image. So wirkt es auf den ersten Blick fast schon erstaunlich, dass BMW das elegante, grosse Viertürer-Coupé der 8er-Serie ausgerechnet mit Dieselmotor zum Test schickt. Doch nach fast 1500 Testkilometern kann es nur ein Fazit geben: Ein besserer Antrieb für den grossen Reisewagen ist mit derzeitigem Stand der Technik kaum realisierbar – vorausgesetzt, man setzt das «Gran Coupé» so ein, dass seine Stärken zum Vorschein kommen. Will heissen auf langen Etappen.

Ideal für lange Etappen

Nebst einigen längeren Autobahn-Abschnitten in der Schweiz stand auch ein Tagesausflug nach Frankfurt im Kalender. Bei mehr als 800 Kilometern an einem Tag ist man in erster Linie froh um ein komfortables Auto. In dieser Hinsicht lässt der 5,07 Meter lange Viertürer keine Wünsche offen. Geräuschisolierung, Federungs- und Sitzkomfort, Infotainment und Assistenzsysteme sind allesamt auf höchstem Niveau. Zudem fällt auf der Autobahn der stoische Geradeauslauf positiv auf.

«Segeln» ohne Motor

Der Star der Vorstellung ist aber – obwohl angenehm zurückhaltend – der Motor. Unter der Haube arbeitet die Basis-Motorisierung der 8er-Baureihe: ein Reihen-Sechszylinder-Diesel mit drei Litern Hubraum, zwei Turboladern mit variabler ­Ladergeometrie und einem 48 Volt-Mildhybrid-System. Dieses sammelt Brems­energie und kann über eine kompakte E-Maschine kurzzeitig bis zu 200 Nm Drehmoment in den Antriebsstrang einspeisen. Rein elektrisches Fahren ist nicht möglich, dafür aber «segeln» mit ausgeschaltetem Motor. Hierbei schaltet sich der Motor ab und das Getriebe koppelt die Räder in den Freilauf. Wird das Gas angetippt, springt der Motor praktisch unmerklich wieder an.

Die grosse Stärke dieses Dieselmotors ist seine unaufgeregte Souveränität. In den meisten Situationen ist er weder hör- noch spürbar, nur wenn viel Leistung gefordert wird, macht er sich durch ein durchaus kerniges Geräusch bemerkbar. Vor allem aber ist der Vortrieb gut spürbar. Dabei ist es nicht die Maximalleistung von 340 PS, die beeindruckt, sondern die bullige Durchzugskraft: Schon ab knapp 1300 Umdrehungen kommt der Selbstzünder in Schwung, bei 1750 Umdrehungen liegt die Drehmoment-Spitze von 700 Nm (!) an. So muss die 8-Gang-Automatik nur selten einen Gang zurückschalten, der Motor scheint seine Kraft regelrecht aus dem ­Ärmel zu schütteln. So bewegt man sich äusserst gelassen und souverän durch den Verkehr – wird aber keinesfalls zum Verkehrshindernis.

Besonders beeindruckend wird die bärige Kraft, wenn man sie in Relation zum Verbrauch setzt. BMW gibt für das 2070 kg schwere 840d Gran Coupé mit Allradantrieb einen Durchschnittsverbrauch von 6,7 – 7,1 l/100 km an. Am Testwagen war unter anderem die sportliche 21-Zoll-Bereifung mit 275er-Breitreifen an der Hinterachse montiert, womit eher vom höheren Wert auszugehen wäre. Doch: Nach einer Autobahnfahrt nach Basel stand der Verbrauchszeiger bei nur 5,5 l/100 km! Und bei höherem Durchschnittstempo auf der deutschen Autobahn blieb der Verbrauch unter 7 l/100 km. In Sachen Effizienz spielt der Diesel für Langstreckenfahrten also weiterhin in der obersten Liga. Allerdings gilt das beim 840d auch in Sachen Preis: Der Diesel kostet mindestens 137 100 Franken.

Philipp Aeberli

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