Region
10.10.2022

So gut wie ein Auto

Der Microlino hat eine Reichweite von bis zu 230 Kilometern und hat eine Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h. Bilder: PD
Ein Blick ins Cockpit.
Die Preise starten bei 14 990 Franken.

Der Microlino hat eine Reichweite von bis zu 230 Kilometern und hat eine Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h. Bilder: PD

Der Microlino hat eine Reichweite von bis zu 230 Kilometern und hat eine Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h. Bilder: PD
Ein Blick ins Cockpit.
Die Preise starten bei 14 990 Franken.

Ein Blick ins Cockpit.

Der Microlino hat eine Reichweite von bis zu 230 Kilometern und hat eine Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h. Bilder: PD
Ein Blick ins Cockpit.
Die Preise starten bei 14 990 Franken.

Die Preise starten bei 14 990 Franken.

Der Microlino will kein Auto sein. Aber er kann in vielen Situationen problemlos eines ersetzen. Den Microlino haben zwei Brüder aus Küssnacht entwickelt. Wir haben die erste Testfahrt im Schweizer E-Mobil gemacht.

Ein Auto steht für Freiheit. Vor allem die beliebten SUV suggerieren das Gefühl der uneingeschränkten Freiheit und geben die Sicherheit, immer überall hinfahren zu können – samt Familie und Urlaubsgepäck. Nur: Der Alltag sieht in der Regel komplett anders aus: Durchschnittlich sitzen 1,2 Personen im Auto. Sie reisen im Schnitt mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h rund 35 km weit. Ein normales Auto – und ein grosses SUV – ist also für 95 Prozent der Strecken überdimensioniert.

Die Lösung für dieses Problem wollen die Brüder Merlin und Oliver Ouboter aus Küsnacht ZH nun mit dem Microlino auf die Strasse bringen. Damit setzen sie gewissermassen eine Familientradition fort. «Unser Vater hatte damals ein Stamm­lokal. Der Weg war zu weit, um zu Fuss zu gehen, aber zu kurz, um das Velo oder gar das Auto aus der Garage zu holen. So entstand die Idee für den Micro-Scooter, den klappbaren Tretroller», erklärt Oliver ­Ouboter. Der Microlino, der in den kommenden Wochen zu den ersten Kunden rollt, zielt auf die nächste Lücke: Er ist für Fahrten konzipiert, für welche ein Fahrrad oder ein Motorroller nicht ausreichen, ein Auto – ob mit Verbrennungs- oder E-Antrieb – aber zu gross ist.

Ein gereiftes Konzept

Der Microlino greift die Idee des Kabinenrollers aus den 1950er-Jahren wieder auf. In den Nachkriegsjahren war einfache und zweckmässige Mobilität gefragt, was zu Fahrzeugen wie der Isetta von BMW, dem Goggomobil oder auch der Ape von Piaggio führte. Dieses Erbe will der Microlino nun in die Neuzeit bringen – natürlich nicht mehr mit knatterndem Zweitakter, sondern mit E-Antrieb. Der Zweiplätzer ist in der Kategorie L7e für Kleinmotorfahrzeuge zugelassen und lässt sich also mit einem normalen Fahrausweis bewegen. Das Design nimmt sich die BMW Isetta zum Vorbild: Über eine Tür an der Front steigt man ein. Das sorgt für gute Raumausnutzung, sodass auf kleinstem Raum zwei Personen und ein grosser Einkauf Platz finden. Der Winzling reicht also für die meisten Alltagssituationen aus, zumal er mit 91 bis 230 km Reichweite (je nach Batteriegrösse), Heizung und Beleuchtung als vollwertiger Autoersatz taugt. «Dabei werden sowohl bei der Produktion als auch beim Betrieb rund 60 Prozent weniger Energie verbraucht als bei einem herkömmlichen E-Auto. Ganz zu schweigen von benzinbetriebenen SUV», erklärt ­Merlin Ouboter. Trotzdem soll das kleine Gefährt nicht von purem Pragmatismus geprägt sein. Trotz gesetzlich limitierter Leistung von maximal 12,5 kW legten die Entwickler Wert auf Fahrspass. «Der erste Prototyp, den wir 2016 auf dem Autosalon Genf vorstellten, war nur als Studie ­gedacht. Er war funktionsfähig, basierte jedoch noch auf einem Gitterrohrrahmen», erinnert sich Oliver Ouboter. Die Reaktionen auf den kleinen Kabinenroller fielen derart positiv aus, dass sich die Jungunternehmer daran machten, den Microlino in Serie zu bringen. «Einen Prototyp zu bauen, ist eine Sache. Diesen dann in ein serienreifes Produkt umzuwandeln, ist nochmals deutlich komplexer.» Dazu gehörte auch die Neukonstruktion des Rohbaus. So setzt der Microlino 2.0 auf eine selbst­tragende Stahlkarosse mit Alu­anbauteilen, wie man sie von Autos kennt. Das ermöglichte eine Einzelradaufhängung rundum anstelle der beim Prototyp verbauten Starrachse. Auch der Akku kann tiefer im Fahrzeug verbaut werden. «So erreichen wir mehr Traktion und eine bessere Strassen­lage», erklärt Merlin Ouboter.

Zu 90 Prozent aus Europa

Dem kann man nach einer ersten kurzen Testfahrt nur zustimmen. Obwohl nicht einmal 1,5 Meter breit, liegt der Microlino satt auf der Strasse und vermittelt ein ­sicheres Fahrgefühl. Auch ohne Servo­lenkung wirkt das Leichtgewicht handlich – perfekt für die Stadt. Der Antrieb fühlt sich vor allem bis 50 km/h wohl, maximal sind 90 km/h möglich. So fühlt sich der Zweiplätzer nicht nach mobilem Verzicht, sondern viel eher nach Auto im Kleinstformat an – auf Wunsch sogar mit faltbarem Sonnendach und Bluetooth-Musiksystem. Schon die zum Test bereitgestellten Modelle, die ersten aus der ­Produktionsstätte in Turin, wirken professionell und solide verarbeitet. Microlino nutzt Teile von namhaften Automobilzulieferern mit entsprechend hoher Qualität.

90 Prozent der verwendeten Teile stammen aus Europa. «Natürlich hatten wir auch mit Lieferengpässen zu kämpfen, doch nun läuft die Produktion an», so Oliver Ouboter. In der eigenen Fabrik kann Microlino bis zu 12 000 Stück pro Jahr produzieren. Damit sind derzeit 30 Leute beschäftigt, bis Ende Jahr sollen es 100 sein.

Bestellt wird der kleine Stadtwagen ­online; als Partner für Auslieferungen und Service in der Schweiz konnte die Amag gewonnen werden. Die Preise starten ab 14 990 Franken.

Philipp Aeberli

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