Mobilität
13.06.2022

SUV der Vernunft

Blick ins Cockpit.
Der Suzuki S-Cross bleibt seinem Ruf treu. Er bietet vieles, aber doch nicht viel mehr, als im Alltag auch wirklich gebraucht wird. Bilder: PD
Die Preise für den Suzuki S-Cross starten bei 30990 Franken.

Blick ins Cockpit.

Blick ins Cockpit.
Der Suzuki S-Cross bleibt seinem Ruf treu. Er bietet vieles, aber doch nicht viel mehr, als im Alltag auch wirklich gebraucht wird. Bilder: PD
Die Preise für den Suzuki S-Cross starten bei 30990 Franken.

Der Suzuki S-Cross bleibt seinem Ruf treu. Er bietet vieles, aber doch nicht viel mehr, als im Alltag auch wirklich gebraucht wird. Bilder: PD

Blick ins Cockpit.
Der Suzuki S-Cross bleibt seinem Ruf treu. Er bietet vieles, aber doch nicht viel mehr, als im Alltag auch wirklich gebraucht wird. Bilder: PD
Die Preise für den Suzuki S-Cross starten bei 30990 Franken.

Die Preise für den Suzuki S-Cross starten bei 30990 Franken.

Diese passen scheinbar nicht zusammen in einen Satz: SUV und Vernunft. Der Suzuki S-Cross ist aber ein Kandidat, der zeigt, dass das durchaus möglich sein kann. Im Test überzeugt er mit praktischen Talenten, zeigt aber auch ein paar Schwächen.

Mit Vernunft werden SUV selten in Verbindung gebracht, weil sie eben meistens als «Lifestyle-Gefährt» gekauft werden – und daher auch meistens dahin gehend entwickelt werden. Die Geländeeigenschaften sind kaum mehr entscheidend, sogar Allradantrieb fehlt vielen kompakten und kleinen SUV. Stattdessen wird Wert auf Design und Digitalisierung gelegt. Für all diejenigen, die schon mit dem Begriff «SUV» eigentlich nichts anfangen können, sondern eigentlich eher ein kompaktes Fahrzeug mit etwas mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb suchen, also einen praktischen Alltagsbegleiter für Regionen, in denen nicht zwingend alle Pfade asphaltiert sind, hat sich in den letzten Jahren eine Marke einen Namen gemacht: Suzuki.

Auch wenn Ästheten den Pragmatikern aus Japan vielleicht wenig abgewinnen können und Technikbegeisterte einwenden, dass die vergleichsweise simplen Autos der Marke nicht über die neuesten Technologien verfügen: Die Käufer:innen schätzen Suzuki vermutlich genau deswegen – und weil die Japaner auch in den kleinen Fahrzeugen fast immer einen Allradantrieb anbieten. Das verschafft der Marke gerade in den höher gelegenen Gebieten der Schweiz guten Zulauf.

Trotz aller Liebe zur Einfachheit: Stillstand kann sich heutzutage kein Auto­hersteller mehr erlauben. So halten Elektrifizierung und Digitalisierung auch bei Suzuki Einzug – allerdings erst auf kleiner Stufe.

So kommt im neuen S-Cross ein Mild­hybrid-System zum Einsatz. Der Startergenerator wird hier über ein 48-Volt-Netz betrieben und kann in bestimmten Fahrsituationen den Benzinmotor mit einem kleinen «Boost» unterstützen, zum Beispiel in Drehzahlbereichen, in welchen es dem Verbrenner etwas an Kraft mangelt. Das verbessert den Durchzug und senkt den Verbrauch. Mit 129 PS und 234 Nm Drehmoment aus dem 1,4-Liter-Turbobenziner ist der knapp 1,4 Tonnen schwere Wagen natürlich kein Sprinttalent, fühlt sich aber für den Schweizer Strassenalltag ausreichend motorisiert an, auch weil das 6-Gang-Automatikgetriebe die Gänge durchaus passend sortiert. Etwas Kritik gibt es hier nur für die Bedienung: Die Wählhebel-Positionen «D» und «M» für manuelle Gangwechsel liegen direkt untereinander, sodass man sie beim Losfahren leicht verwechseln kann. Passiert das, verharrt das Getriebe im ersten Gang, bis man manuell eingreift – und der Motor heult entsprechend auf. Ansonsten verhält sich der Antrieb aber angenehm unauffällig. Den Verbrauch gibt Suzuki mit 6,1 l/100 km an, im Test kamen wir auf 6,3 l/100 km.

Beim Fahrwerk verlässt sich der 4,30 Meter lange Suzuki eher auf einfache Zutaten. So wirkt die Raumlenker-Hinterachse, bei welcher sich die beiden Räder nicht unabhängig voneinander bewegen können, auf sehr schlechten Strecken etwas holprig, und auch schnell gefahrene Kurven mag der S-Cross nicht sonderlich. Aber: Dafür wurde er auch nicht gebaut. Dafür bietet er dank weicher Federung grundsätzlich ein bequemes Abrollen und meistert auch die Autobahn souverän. Mehr braucht man im Alltag ohnehin nicht.

Das gilt auch für den Innenraum. Hier setzt Suzuki noch grösstenteils auf manuelle Bedienelemente, was auf Anhieb gut funktioniert. Der Touchscreen funktioniert am besten mit der Smartphone-Integration (Apple CarPlay und Android Auto): So klappt die Bedienung flüssig und übersichtlich, und die Navigation ist dank Online-Daten kaum zu übertreffen. So macht der S-Cross, trotz SUV-Karosserie, einen rundum vernünftigen Eindruck, zumal er mit 440 bis 665 Litern Kofferraumvolumen auch einen gut nutzbaren Laderaum bietet.

Die Preise für den Suzuki S-Cross starten bei 30990 Franken, in der höchsten ­Ausstattungsstufe «Top» gibt’s ihn ab 34990 Franken. Damit bleibt er preislich im vernünftigen Rahmen, zumal auch zahlreiche Fahrassistenzsysteme zum ­Serienumfang gehören. Und Allradantrieb ist beim S-Cross sowieso immer mit an Bord.

Philipp Aeberli