03.04.2022

Die neue Normalität

Der Skoda Enyaq X hat eine Reichweite, mit der man in der Schweiz sehr gut zurechtkommt. Eine Ladestation zu Hause kann das Leben aber erleichtern. Bilder: PD
Blick in die erste Reihe ...
... und in die zweite Reihe.

Der Skoda Enyaq X hat eine Reichweite, mit der man in der Schweiz sehr gut zurechtkommt. Eine Ladestation zu Hause kann das Leben aber erleichtern. Bilder: PD

Der Skoda Enyaq X hat eine Reichweite, mit der man in der Schweiz sehr gut zurechtkommt. Eine Ladestation zu Hause kann das Leben aber erleichtern. Bilder: PD
Blick in die erste Reihe ...
... und in die zweite Reihe.

Blick in die erste Reihe ...

Der Skoda Enyaq X hat eine Reichweite, mit der man in der Schweiz sehr gut zurechtkommt. Eine Ladestation zu Hause kann das Leben aber erleichtern. Bilder: PD
Blick in die erste Reihe ...
... und in die zweite Reihe.

... und in die zweite Reihe.

Der Enyaq will Skoda in die elektrische Zukunft führen. Das heisst: Er muss viel Auto fürs Geld bieten – und gleichzeitig gut genug sein, um Kunden den Umstieg vom Verbrennungsmotor auf ein E-Fahrzeug schmackhaft zu machen. Ob er das schafft, zeigt der Test.

Nebst dem Octavia, der auch dank hohem Flottenkundenanteil ganz oben in der Zulassungsstatistik steht, sind es vor allem die SUV Kodiaq und Karoq, welche bei Skoda für gute Verkaufszahlen sorgen. Sie bieten viel Platz zum vernünftigen Preis – und darüber hinaus auch Allradantrieb. Das macht sie gerade bei privaten Kunden sehr beliebt. Mit dem Enyaq will Skoda dieses Erfolgsrezept auf die E-Mobilität übertragen. Mit 4,65 Metern Länge ist das SUV nur 5 Zentimeter kürzer als der grosse Kodiaq. Er basiert auf der MEB-Plattform für E-Fahrzeuge des VW-Konzerns. Im Unterboden ist ein Akku mit 77 kWh Netto-Kapazität verbaut, der seine Energie an jeweils eine E-Maschine vorne und hinten abgibt. Die Technik ist im Grunde identisch wie bei den ID.-Modellen von VW. Trotzdem schafft es Skoda, dem Enyaq einen eigenen Stempel aufzudrücken und ihn von den übrigen Konzernmodellen auf derselben Plattform abzuheben. Das zeigt sich schon bei der Optik, bei der sich der Enyaq nahtlos in die Designsprache der Tschechen einreiht. Interessant ist, nebst dem grossen, angedeuteten Kühlergrill, vor allem das Heck. Es fällt etwas sanfter ab, als bei den klassischen SUV, steht aber weiterhin steil genug, um einen grosszügigen Kofferraum zu ermöglichen. 585 Liter gibt Skoda an – rund 40 Liter mehr als beim VW ID.4.

 

Eine gute Balance

Schade ist nur, dass die Kofferraumöffnung verhältnismässig schmal ausfällt, sodass man Sperriges kompliziert in den Laderaum zirkeln muss. Dafür bietet die Rückbank viel Platz und bequeme Sitze. Auch auf den vorderen Sitzen ist man geräumig und bequem untergebracht. Skoda-typisch trifft das Cockpit eine gute Balance zwischen hochwertigen, soliden Materialien und pragmatischer, praktischer Anmutung. So fühlt man sich auf Anhieb gut aufgehoben. Hinter dem Lenkrad informiert ein kleines Display über Tempo und aktuelle Batterieladung. Das Display ist zwar gut positioniert, lässt sich aber kaum auf die persönlichen Vorlieben einstellen. So ist beispielsweise die Anzeige für die Batterieladung sehr klein gehalten und während der Fahrt kaum vernünftig ablesbar. Wer es genauer wissen will, muss sich durch die Menüs des Touchscreens tippen. Das funktioniert grundsätzlich gut und recht flüssig. Nur E-Auto-spezifische Funktionen, wie zum Beispiel das Planen von Routen mit Ladestopps oder eine Anzeige für die verbleibende Batterieladung am Ziel, sind hier leider noch keine Selbstverständlichkeit. 

 

Besser zu Hause laden

Skoda verspricht laut WLTP-Messung 508 Kilometer Reichweite für die getestete X-Version mit Allradantrieb und 265 PS Systemleistung. In der Realität, bei bereits milderen Temperaturen, aber noch auf Winterreifen, kam der Enyaq auf einen Durchschnittsverbrauch von 19,4 kWh/100 km. Eine Akkuladung würde damit für knapp 400 km reichen. Lädt man den Akku, wie empfohlen, nur bis 80 Prozent und fährt ihn, wie es im Alltag praktikabel ist, nicht auf den letzten Kilometer leer, so bleiben rund 280 km Aktionsradius, bei reiner Autobahnfahrt noch rund 230 km. Damit kommt man im Schweizer Strassenalltag gut klar – erst recht, wenn man den Akku zu Hause laden kann. Unterwegs soll der Enyaq an einer Schnellladestation mit maximal 135 kW laden können. Allerdings scheint dies nur in einem begrenzten Temperaturfenster möglich zu sein. Im Test kam der Enyaq nicht über 90 kW; vor allem ab 50 Prozent Akkustand dauert das Laden dann spürbar länger. Wer aber nur selten auf langen Strecken unterwegs ist und zu Hause über die passende Infrastruktur verfügt, findet im Enyaq einen Begleiter, der mit den typischen Skoda-Stärken überzeugen kann. Auch der Fahrkomfort ist rundum gelungen, der Enyaq liegt dank der tief im Unterboden verstauten Akkus satt auf der Strasse, ohne dafür auf ein allzu straffes Fahrwerk setzen zu müssen. Die Preise starten bei 43 180 Franken, für die Variante mit Allrad und grossem Akku sind es mindestens 51 460 Franken. 

Philipp Aeberli