20.12.2021

Euphorie wird gebremst

Tesla, auf dem Bild mit dem neusten Model Y, blieb 2021 die stärkste Automarke bezüglich verkaufter Stückzahlen. Bilder: PD
Bei VW folgten dieses Jahr die Elektromodelle ID.3, ID.4 und ID.5 (im Bild).
Der Ioniq 5 von Hyundai, das Schweizer Auto des Jahres, ist bereits in 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen.

Tesla, auf dem Bild mit dem neusten Model Y, blieb 2021 die stärkste Automarke bezüglich verkaufter Stückzahlen. Bilder: PD

Tesla, auf dem Bild mit dem neusten Model Y, blieb 2021 die stärkste Automarke bezüglich verkaufter Stückzahlen. Bilder: PD
Bei VW folgten dieses Jahr die Elektromodelle ID.3, ID.4 und ID.5 (im Bild).
Der Ioniq 5 von Hyundai, das Schweizer Auto des Jahres, ist bereits in 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen.

Bei VW folgten dieses Jahr die Elektromodelle ID.3, ID.4 und ID.5 (im Bild).

Tesla, auf dem Bild mit dem neusten Model Y, blieb 2021 die stärkste Automarke bezüglich verkaufter Stückzahlen. Bilder: PD
Bei VW folgten dieses Jahr die Elektromodelle ID.3, ID.4 und ID.5 (im Bild).
Der Ioniq 5 von Hyundai, das Schweizer Auto des Jahres, ist bereits in 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen.

Der Ioniq 5 von Hyundai, das Schweizer Auto des Jahres, ist bereits in 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen.

Die Autowelt steht nach wie vor unter Strom: Auch 2021 haben die Hersteller ihr Angebot mit zahlreichen E-Autos aufgestockt. Gebremst wurde diese Euphorie allerdings vom anhaltenden Chipmangel, der für Lieferschwierigkeiten sorgt.

Dass auch das Autojahr 2021 wieder deutlich im Zeichen der Elektrifizierung stand, ist keine Überraschung. Schliesslich führt für die Hersteller kein Weg daran vorbei. Ohne Akkus und E-Motoren lässt sich der CO2-Ausstoss nicht genügend reduzieren, um die staatlichen Vorgaben einzuhalten. Deutlich wird das zum Beispiel beim VW-Konzern. Nachdem 2020 der ID.3 als erstes Auto auf der «modularen Elektroplattform» zu den Kunden gerollt war, wurde das Angebot auf dieser Basis deutlich ausgebaut.

Wie auch bei den Modellen mit Verbrennungsmotor setzt VW beim E-Antrieb auf ein Baukastenprinzip. Antriebskomponenten, die Elektronik sowie auch die Konstruktion, der Unterboden und das Fahrwerk sind flexibel anpassbar – und können in unterschiedlichste Modelle der Konzernmarken integriert werden. So können Entwicklungs- und Fertigungskosten auf deutlich mehr Fahrzeuge skaliert werden. So folgten 2021 auf den ID.3 der ID.4 und der ID.5 von VW sowie auch der Skoda Enyaq, der Cupra Born und der Audi Q4 e-tron. Allesamt mit den Komponenten aus dem bekannten Baukasten aufgebaut, jedoch bei Design, Innenraum und Abstimmung sowie auch Ausstattung auf die Philosophie der jeweiligen Marke zugeschnitten. Diese Modellflut aus dem VW-Konzern wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen: Bis 2025 will der Konzern mehr als 20 E-Modelle im Angebot haben. Das breitere Angebot sorgt natürlich auch für bessere Verkaufszahlen.

 

Die Nummer eins bleibt Tesla

Bestverkaufter Stromer aus dem VW-Konzern war 2021 per Ende November der ID.3 mit 2257 Stück. Damit liegt er noch hinter dem Klassiker VW Golf mit 2988 Zulassungen. Meistverkauftes E-Auto war aber das Model 3 von Tesla mit 3978 Stück. 

Doch bekam der kalifornische Mittelklassestromer ab August 2021 Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Auch Tesla setzt auf eine Baukastenstrategie und stellt dem Model 3 einen SUV-Bruder zur Seite. In nur vier Monaten wurden bereits 1079 Stück zugelassen.

 

In 20 Minuten 80 Prozent geladen

Eine Plattformstrategie ist auch bei Kia und Hyundai erkennbar. EV6 und Ioniq 5 teilen sich ebenfalls einen Technikbaukasten, der im Vergleich zur Konkurrenz vor allem durch seine 800-Volt-Technik heraussticht. Durch die verdoppelte Spannung können die beiden koreanischen Stromer deutlich schneller laden: an einer passenden Ladesäule in weniger als 20 Minuten auf 80 Prozent! So holte sich der Hyundai Ioniq 5 sogar den Titel «Schweizer Auto des Jahres».

 

Ein Marktanteil von 12,3 Prozent

Rein statistisch gesehen haben die rein elektrischen Fahrzeuge einen starken Zuwachs erlebt: 26 210 Stück wurden per Ende November zugelassen, was einem Plus von 76,4 Prozent gegenüber 2020 und einem Marktanteil von 12,3 Prozent entspricht. Dafür gab es deutliche Einbussen bei den Benzinern (–14 Prozent) und Diesel (–36,9 Prozent) – was nicht zuletzt daran liegt, dass das Angebot hier immer kleiner wird. Denn viele Verbrennungsmotoren verfügen inzwischen über eine Mild-Hybrid-Unterstützung. Hier wird der Motor von einer kleinen E-Maschine mit ein paar PS unterstützt, was den Verbrauch etwas verringert. Rein elektrisches Fahren ist aber nicht möglich. Eine Technologie, die in zahlreichen Modellen von VW Golf über Suzuki Vitara bis Mercedes S-Klasse zum Einsatz kommt. 

 

Plug-in-Hybride: + 69,1 Prozent

Fast genauso verbreitet sind inzwischen Plug-in-Hybride. Sie können, je nach Modell, bis zu 100 Kilometer rein elektrisch zurücklegen und verfügen zudem über einen Verbrennungsmotor für längere Strecken. Eine Technik, die bis auf das Kleinwagensegment in allen Fahrzeugklassen zu haben ist – und auch immer beliebter wird. 19 337 Plug-in-Hybride wurden per Ende November 2021 zugelassen – ein Zuwachs von 69,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch dieser Trend wird 2022 vermutlich weiter anhalten. PHEV-Antriebe werden dank grösserer elektrischer Reichweite attraktiver und – zumindest für Autofahrer, welche zu Hause aufladen können – durchaus sinnvoller.

Trotz vieler spannender Neuheiten hing ein dunkler Schatten über dem Autojahr 2021: 213 958 Autos wurden per Ende November zugelassen, nur gerade 3,2 Prozent mehr als im Negativ-Rekordjahr 2020. An mangelndem Kundeninteresse liegt das aber nicht, viel eher an Mikrochips. Diese sind in der Autowelt infolge der Pandemie zum raren Gut geworden, weshalb viele bestellte Autos noch nicht ausgeliefert werden konnten.

Philipp Aeberli