27.09.2021

Diesel oder Plug-in-Hybrid?

Der neue Skoda Octavia RS ist zwar kein richtiger Sportwagen, bereitet aber dennoch Freude. Bilder: PD
Ein Blick ins Cockpit.
Im Test reichte eine Ladung für 45 Kilometer.

Der neue Skoda Octavia RS ist zwar kein richtiger Sportwagen, bereitet aber dennoch Freude. Bilder: PD

Der neue Skoda Octavia RS ist zwar kein richtiger Sportwagen, bereitet aber dennoch Freude. Bilder: PD
Ein Blick ins Cockpit.
Im Test reichte eine Ladung für 45 Kilometer.

Ein Blick ins Cockpit.

Der neue Skoda Octavia RS ist zwar kein richtiger Sportwagen, bereitet aber dennoch Freude. Bilder: PD
Ein Blick ins Cockpit.
Im Test reichte eine Ladung für 45 Kilometer.

Im Test reichte eine Ladung für 45 Kilometer.

Der Skoda Octavia zählt zu den beliebtesten Autos in der Schweiz. Gerade als sportliches RS-Modell kommt der inzwischen nur noch als Kombi erhältliche Tscheche gut an. Kunden haben die Wahl zwischen drei Antriebsarten.

Autokauf ist ein Entscheidungsprozess: Zuerst stellt sich die Frage, welche Marke, welches Modell und welche Karosserieform es sein soll. In den letzten Jahren hat sich zu diesen Grundsatzfragen eine weitere dazugesellt: Welchen Antrieb soll das neue Auto haben? Zweirad- oder Vierradantrieb? Schaltgetriebe oder lieber eine bequeme Automatik? Und vor allem: Benziner? Diesel? Oder doch ein Plug-in-Hybrid, der teilweise elektrisch unterwegs sein kann? Diese Auswahl wird immer grösser – alleine beim Skoda Octavia RS sind inzwischen schon drei Motorvarianten verfügbar. 

Das sportliche Topmodell des Mittelklassekombis ist vor allem beliebt, weil es Vernunft und etwas sportlichen Pep fast perfekt kombiniert. Bis zu 1740 Liter Stauraum treffen auf sportliche Optik innen wie aussen, angepasstes Fahrwerk sowie sportliche Fahrleistungen.

 

Eine leichte Anfahrschwäche

Einzige Allradvariante ist der 2-Liter-Diesel mit 200 PS und 400 Nm maximalem Drehmoment. Der Diesel wird durch die Elektronik mit sportlichem Klang im Innenraum versehen und wirkt im Alltag allemal kräftig genug; für den Spurt auf 100 km/h gibt Skoda 6,7 Sekunden an. Störend ist einzig die leichte Anfahrschwäche aus dem Zusammenspiel des Turbodieselmotors mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Einmal in Fahrt, wirkt der Antrieb aber durchaus harmonisch. Nur wer zügig überholen will, sollte vorausschauend über die Schaltwippen am Lenkrad ein paar Gänge zurückschalten. Die Automatik lässt sich dafür etwas zu viel Zeit. 

Auf kurvigen Landstrassen fühlt sich der Kombi aber durchaus wohl und gibt sich dynamisch an; ein reinrassiger Sportwagen ist er freilich nicht – Freude bereitet er aber durchaus. Die eigentliche Domäne der Dieselversion ist aber die Autobahn, wo diese Antriebsart auch am meisten Sinn macht; den Verbrauch gibt Skoda mit 6,2 l/100 km an. Im Testschnitt lag der Diesel-RS schlussendlich bei 6 l/100 km – und schafft damit auch lange Etappen ohne Nachtanken, mit gutem Federungskomfort und ohne übermässige Störgeräusche. 

 

Alternative für Störgeräusche

Wer den Kombi nicht primär für lange Strecken braucht und auf den Allradantrieb verzichten kann, findet mit dem Octavia RS iV eine passende Alternative. Erstmals wird das Sportmodell nämlich mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb angeboten. Die Kombination aus 1,4-Liter-4-Zylinder-Benzinmotor und E-Maschine kommt auf 245 PS und treibt die Vorderräder über ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an. Durch den Akku steigt das Gewicht um gut 150 kg auf rund 1,8 Tonnen. Der Spurt auf 100 km/h dauert daher gut eine halbe Sekunde länger – störend ist das im Alltag aber nicht. Denn dank der elektrischen Unterstützung bietet der Antrieb sehr direkte Gasannahme und starken Durchzug – alleine die E-Maschine liefert 250 Nm Drehmoment.

 

Für den Alltag ausreichend

So kann der Hybrid durchaus auch seine sportliche Seite zeigen – auch wenn auf Kurvenstrecken das höhere Gewicht und das sanfter abgestimmte Fahrwerk deutlich zu spüren sind. Der Klang ist indes fast identisch wie beim Diesel, da er auch hier künstlich in den Innenraum eingespielt wird – auch wenn der Plug-in-Hybrid rein elektrisch unterwegs ist. Und richtig Sinn macht der teilelektrische Antrieb auch in diesem Auto nur, wenn man den Akku regelmässig lädt und nur mit Strom unterwegs ist.

Die Batterie mit 13 kWh Speicherkapazität soll laut Werksangabe für 60 Kilometer elektrische Fahrt genügen. Im Test waren es rund 45 Kilometer. Das ist im Konkurrenzumfeld nicht überragend, für den täglichen Kurzstreckenalltag aber meist ausreichend. Auf längeren Strecken muss dann der Benziner aushelfen; ohne Strom im Akku verbraucht er rund 7 l/100 km. Zugunsten der Batterie wurde der Tank im Hybridmodell verkleinert (39,5 Liter), sodass man auf Autobahnetappen deutlich öfter tanken muss als mit dem Diesel. Welche Variante des Skoda Octavia RS die richtige ist, lässt sich also am geplanten Einsatzprofil einfach ablesen. Preislich liegt der Plug-in-Hybrid jedenfalls deutlich im Vorteil: Mit 40 570 Franken ist er fast 10 000 Franken günstiger als der Diesel mit Allrad. 

Philipp Aeberli