06.09.2021

Neu erfunden

Audi präsentiert an der IAA seine Vision von elektrischen, vollautonomen Luxusmodellen. Bilder: PD
Auch bei Mercedes gibt es mit dem EOE einen neuen Stromer.
Im Multivan von VW kommt ab Oktober erstmals eine Plug-in-Hybrid-Version zum Einsatz.

Audi präsentiert an der IAA seine Vision von elektrischen, vollautonomen Luxusmodellen. Bilder: PD

Audi präsentiert an der IAA seine Vision von elektrischen, vollautonomen Luxusmodellen. Bilder: PD
Auch bei Mercedes gibt es mit dem EOE einen neuen Stromer.
Im Multivan von VW kommt ab Oktober erstmals eine Plug-in-Hybrid-Version zum Einsatz.

Auch bei Mercedes gibt es mit dem EOE einen neuen Stromer.

Audi präsentiert an der IAA seine Vision von elektrischen, vollautonomen Luxusmodellen. Bilder: PD
Auch bei Mercedes gibt es mit dem EOE einen neuen Stromer.
Im Multivan von VW kommt ab Oktober erstmals eine Plug-in-Hybrid-Version zum Einsatz.

Im Multivan von VW kommt ab Oktober erstmals eine Plug-in-Hybrid-Version zum Einsatz.

Die erste Automesse in Europa seit Corona-Ausbruch ist die IAA in München – mit komplett neuem Konzept, neuem Standort und elektrischen Neuheiten.

Das Auto wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Das setzt schlussendlich auch die Veranstalter von Automessen unter Zugzwang. Denn das klassische Rezept einer Messe scheint sich immer mehr totzulaufen. Die Zuschauerzahlen schrumpfen und immer mehr Hersteller verzichten auf einen kostspieligen Messeauftritt. Die Coronapandemie hat den Messen nun einen zusätzlichen, nachhaltigen Dämpfer verpasst. Am radikalsten ist das an der «internationalen Automobil-Ausstellung» ersichtlich. Die Anfänge der traditionsreichen «IAA» gehen gar auf das Jahr 1897 zurück, damals noch in Berlin. Ab 1951 fand die Messe schliesslich jedes zweite Jahr in Frankfurt statt – mit grosser Beliebtheit. In den vergangenen Jahren verzeichnete die Messe allerdings einen stetigen Besucherrückgang. Waren 2007 während knapp zweier Wochen noch mehr als eine Million Besucher nach Frankfurt gepilgert, waren es 2017 noch etwa 800 000. 2019 wurden lediglich noch 560 000 gezählt. Das machte die Messe auch für Aussteller weniger attraktiv – 2019 verzichtete der zweitgrösste Autoproduzent Toyota auf einen Auftritt; genauso auch Peugeot, Citroën, Fiat-Chrysler und Volvo. 

 

Neustart in München

Als erste Messe seit Ausbruch der Corona-Pandemie legt die IAA diese Woche einen veritablen Neustart hin. Das Konzept ist, nicht nur bedingt durch die Pandemie, komplett erneuert worden – angefangen mit dem Austragungsort. Denn das Messegelände in Frankfurt war schlichtweg nicht mehr zeitgemäss. Es ist mit einer Fläche von 592 127 Quadratmetern und elf Hallen das drittgrösste Messegelände der Welt.

Das sorgte schon immer für lange Fusswege für die Besucher – und mit den schwindenden Ausstellern für gigantische Leerflächen. Für einen Neuanfang musste also auch ein neuer Austragungsort her; erstmals findet die IAA nun in München statt; auch auf dem dortigen Messegelände, vor allem aber direkt in der Innenstadt in verschiedenen «Open Spaces». 

 

Visionen und Reales

Mit einem «Summit» will sich die IAA zur Mobilitätskonferenz wandeln. Den Kern der Veranstaltung bilden aber weiterhin Fahrzeugneuheiten und Konzepte, welche die Hersteller in ihren «Spaces» als Ausblick auf die Zukunft präsentieren. Weiterhin sind hier das autonome Fahren und elektrische Antriebe die beiden Hauptthemen, welche die Industrie beschäftigen. Beide Themen vereint Audi mit dem «Grandsphere Concept», die Vision auf ein rein elektrisches und vollautonomes Luxusmodell. Damit will der Hersteller einen Ausblick auf die nächste Generation der Limousine A8 geben. «Wir haben das Auto ganz bewusst von innen nach aussen entwickelt, um die Möglichkeiten zu nutzen, die uns die Elektromobilität bietet», erklärt Chef-Designer Marc Lichte. Und im Innenraum sind vor allem die Plätze in der vorderen Reihe wichtig – ganz im Gegensatz zu bisherigen Luxuslimousinen, wo die wichtigen Fahrgäste hinten und der Chauffeur vorne sass. Wenn das Auto das Fahren übernimmt, wird der Chauffeur obsolet und die Fahrgäste geniessen vorne einen besseren Ausblick. Zwischen den Achsen der 5,30 Meter langen Limousine soll eine Batterie mit 120 kWh Speicherkapazität liegen, was für mindestens 700 Kilometer Reichweite genügt. Marktstart ist allerdings nicht vor 2025. BMW will hinsichtlich der Technik flexibler bleiben – und zeigt den iX5 Hydrogen mit Brennstoffzellenantrieb, der Ende 2022 für Erprobungszwecke gebaut werden soll. Konventioneller geht es bei VW noch zu und her – obwohl der Hersteller seine E-Auto-Flotte massiv ausbaut. Im neuen Multivan (T7, ab Mitte Oktober) kommen Benziner und Diesel – und erstmals ein Plug-in-Hybrid zum Einsatz. Der kommende E-SUV ID5 GTX wird noch mit Tarnfolie gezeigt. Auch bei Mercedes gibt es mit dem EQE einen neuen Stromer. Das elektrische Pendant zur E-Klasse kommt vermutlich noch 2021 auf die Strasse und soll über 700 km Reichweite bieten. Noch ausschliesslich auf Verbrennungsmotoren setzt die erstmals verfügbare All-Terrain-Version der C-Klasse, die gegen Ende Jahr zu den Händlern kommt.

Philipp Aeberli