19.04.2021

Blockade bringt niemanden weiter

«Das Auto wird in der Stadt Luzern bewusst verdrängt und zurückgebunden», sagt Alexander Stadelmann von der TCS-Sektion Waldstätte. Originalfoto: Roman Beer/Fotomontage: TCS-Sektion Waldstätte

«Das Auto wird in der Stadt Luzern bewusst verdrängt und zurückgebunden», sagt Alexander Stadelmann von der TCS-Sektion Waldstätte. Originalfoto: Roman Beer/Fotomontage: TCS-Sektion Waldstätte

In der Region Luzern fehlt es an Lösungen für die drängenden Verkehrsprobleme. Der TCS will den Prozess neu ankurbeln – auch mit einem Blick über den Tellerrand.

Lieferwagen, Autos, Busse – alles steht. Vor allem zu Stosszeiten wird deutlich, dass die Stadt und die Agglomeration Luzern ein Verkehrsproblem haben. «Tragfähige Lösungen sind aber leider nicht in Sicht», sagt Alexander Stadelmann, Geschäftsführer der TCS-Sektion Waldstätte. «Die Diskussion ist stark ideologisch geprägt. Alles ist blockiert. Das bringt niemanden weiter. Alle müssen wieder einen Schritt aufeinander zumachen.» Stadelmann sieht vor allem in der Stadt Luzern Handlungsbedarf. «Die Mobilitätsstrategie der Stadt setzt den Fokus auf den Fuss- und den Veloverkehr sowie punktuell auf den ÖV. Das Auto wird bewusst verdrängt und zurückgebunden.» 

Das wird zunehmend zum Problem. Denn das Thema «Lokale Mobilität» hat höchste Relevanz. Es ist sowohl für die 
Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Luzern als auch für jene der umliegenden Agglomerationsgemeinden von zentraler Bedeutung. «Eine gut funktionierende Mobilität bildet zudem die Basis der Standortqualität», ergänzt Stadelmann. «Das lokale Gewerbe ist zwingend auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Ansonsten wandern Unternehmen ab.»
Ideen wären da

Es gibt viele Bestrebungen und Ideen, wie dem erhöhten Mobilitätsaufkommen begegnet werden soll. Dazu gehören auch der Bypass, der Durchgangsbahnhof oder beispielsweise das Projekt «Parkhaus Musegg». Dem TCS ist es wichtig, dass alle Verkehrsmittel gleichermassen berücksichtigt werden. «Das Auto hat seine Berechtigung. Wer darauf angewiesen ist, soll ebenso gut ans Ziel kommen wie jemand im Bus oder auf dem Velo», sagt Alexander Stadelmann. 

 

Stadt Biel als Vorbild

Dass es auch anders geht, zeigt die Stadt Biel. Sie ist mit Luzern vergleichbar und ist vor denselben Problemen gestanden. Hier ziehen die Vertreter der Stadt und der Agglomeration aber am gleichen Strick. Gemeinsam werden tragfähige Lösungen erarbeitet und zielführende Projekte umgesetzt, insbesondere im Bereich der Mobilität. Dabei werden alle Verkehrsmittel miteinbezogen. Ein gegenseitiges Ausspielen findet nicht statt. Die unterschiedlichen Interessen der Stadt Biel und der Agglomeration wurden im Dialog aufeinander abgestimmt. 

 

Es braucht tragfähige Lösungen

Diese Denkhaltung muss auch in der Region Luzern Einzug halten, ist der TCS überzeugt. Er wünscht sich in Verkehrsfragen ein verstärktes Miteinander von Stadt und Agglomeration sowie allen politischen Kräften. «Gefragt sind tragfähige und nachhaltige Lösungen, die gemeinsam erarbeitet und umgesetzt werden», sagt Alexander Stadelmann. «Die TCS-Sektion Waldstätte will dazu einen Beitrag leisten und den Prozess wieder in Bewegung bringen.» Dies erfolgt unter anderem in diversen Gremien, mit Dialog, an Veranstaltungen und über Öffentlichkeitsarbeit.

PD (Promotion)

 

Box: TCS-Sektion Waldstätte
Die TCS-Sektion Waldstätte begleitet die Verkehrspolitik in Luzern, Obwalden und Nidwalden als engagierter und konstruktiver Partner und gibt mit Ideen und kritischen Fragen neue Impulse. Dazu organisiert die Sektion auch jährlich die TCS-Verkehrskonferenz. Sie widmet sich jeweils einem aktuellen Verkehrsthema und bietet Referate und eine Podiumsdiskussion. Am nächsten Mal findet die TCS-Verkehrskonferenz am 22. November 2021 statt.