22.03.2021

Alles andere als ein Blender

Das Hybridmodell hat 120 PS, der 2-Liter-Dieselmotor 190 PS. Die Preise starten bei 28 000 Franken. Bilder: PD
Reichlich Platz: Der Kofferraum umfasst 435 Liter, bei umgelegter Rückbank 1534 Liter.
Blick ins Cockpit mit digitalem Tachodisplay.

Das Hybridmodell hat 120 PS, der 2-Liter-Dieselmotor 190 PS. Die Preise starten bei 28 000 Franken. Bilder: PD

Das Hybridmodell hat 120 PS, der 2-Liter-Dieselmotor 190 PS. Die Preise starten bei 28 000 Franken. Bilder: PD
Reichlich Platz: Der Kofferraum umfasst 435 Liter, bei umgelegter Rückbank 1534 Liter.
Blick ins Cockpit mit digitalem Tachodisplay.

Reichlich Platz: Der Kofferraum umfasst 435 Liter, bei umgelegter Rückbank 1534 Liter.

Das Hybridmodell hat 120 PS, der 2-Liter-Dieselmotor 190 PS. Die Preise starten bei 28 000 Franken. Bilder: PD
Reichlich Platz: Der Kofferraum umfasst 435 Liter, bei umgelegter Rückbank 1534 Liter.
Blick ins Cockpit mit digitalem Tachodisplay.

Blick ins Cockpit mit digitalem Tachodisplay.

Der Ford Kuga im Alltagstest. Ist ein SUV mit konventionellem Dieselmotor ohne Hybridtechnik überhaupt noch zeitgemäss? Für diejenigen, die hier klar mit einem Nein antworten, gibt es den Kuga auch als Hybrid oder Plug-in-Hybrid.

Autos werden heutzutage in grossen Werbekampagnen zu regelrechten Persönlichkeiten stilisiert. Sie versprechen Abenteuerlust, Lebensfreude und Lifestyle – mit der Hoffnung auf bessere Verkaufszahlen. 

Die Realität sieht dann aber meist anders aus. Das Auto wird zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand. Übertriebener Schnickschnack oder zu komplizierte Technik ist schnell nicht mehr faszinierend, sondern einfach nur nervig.

Natürlich will auch der Ford Kuga Emotionen hervorrufen – und mit seiner SUV-Form Abenteuerlust wecken und Sicherheit vermitteln. Doch im Grunde ist das Mittelklasse-SUV von Ford ein erfreulich unscheinbarer, bequemer und praktischer Alltagsbegleiter, wie er im Test bewies. 

Für die Testfahrt stand der Kuga in der höchsten Ausstattungsstufe «Vignale» bereit. Damit verfügt er schon über eine sehr reichhaltige Ausstattung mit zahlreichen Komfort-Extras, ohne dabei den Fahrer in einer Techniküberflutung versinken zu lassen. Im Alltag schätzt man die elektrische Heckklappe, die sich mit einer Fussbewegung auch freihändig öffnen und schliessen lässt, genauso wie den schlüssellosen Zugang, die Sitzheizung auf allen Plätzen oder das starke Soundsystem von B & O.

In der gehobenen Ausstattung kommt der Kuga zudem mit einem digitalen Tachodisplay, das den Fahrer klar und in verschiedenen Darstellungsoptionen informiert. Im Zentrum des Cockpits steht das Touchscreen-Infotainmentsystem mit 8-Zoll-(20,3 cm)-Bildschirmdiagonale. Das klingt im Vergleich zu den teilweise riesigen Touchscreens mit bis zu 17 Zoll Bildschirmdiagonale, wie sie in hochpreisigeren Fahrzeugen verbaut werden, nicht gerade berauschend. Doch: Im Alltag bewährt sich das System bestens. Es lässt sich ohne übermässige Ablenkung vom Strassengeschehen bedienen und bietet alle Funktionen, welche man sich wünscht. Besonders wichtig ist heutzutage natürlich die Smartphone-Integration über Apple CarPlay oder Android Auto. Damit lassen sich die während der Fahrt erlaubten Apps wie zum Beispiel Telefon, Navigationsdienste oder Musikwiedergabe direkt über den Touchscreen steuern. 

 

Unaufgeregt, sicher und vernünftig

Einmal in Fahrt, bietet der neue Kuga genau das, was man sich von einem familientauglichen SUV für den Alltag wünscht: Er erledigt alle Aufgaben mit souveräner Gelassenheit. Der Kofferraum fasst 435 Liter, bei umgelegter Rückbank bis zu 1534 Liter, und ist damit für fast alle Fälle gross genug. Auch das Platzangebot auf der Rückbank ist absolut ausreichend, nicht nur für Kinder und Kurzstrecken. 

Längere Strecken liegen dem Kuga durchaus. Die Geräuschisolierung funktioniert auch bei Autobahntempo noch ausreichend, und auch die Federung gibt sich absolut reisetauglich.

Der neue Kuga ist auch mit einem Hybrid- oder einem Plug-in-Hybrid-Antrieb zu haben. Im Testwagen geht es aber noch konventioneller zu und her: Unter der Haube steckt ein 2-Liter-Dieselmotor mit 190 PS. Dass es sich um einen Diesel handelt, ist zwar jederzeit hörbar, aber nie störend. Auch die Kraftentfaltung ist typisch Selbstzünder; das maximale  Drehmoment von 400 Nm steht bei 2000 Umdrehungen bereit und sorgt für souveränen Durchzug – womit die Acht-Gang-Automatik gut umzugehen weiss. Der Top-Diesel ist ausschliesslich mit Allradantrieb zu haben, was gerade bei winterlichen Strassenverhältnissen für ein deutlich verbessertes Sicherheitsgefühl sorgt. 

Trotz Allradantrieb und umfangreicher Ausstattung bleibt der Ford Kuga beim Verbrauch aber vernünftig. Den vom Werk angegebenen Verbrauch von 6,4 l/100 km unterbietet er im Test um einen halben Liter.

Die Preisliste für den vielseitigen und unaufgeregten Alltagsbegleiter startet schon bei 28 000 Franken (120 PS, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltung). Der getestete «Vignale» mit Dieselmotor kostet mindestens 48 800 Franken. Ein fairer Preis, gemessen am Gebotenen.

Marcel Habegger