16.02.2021

Verschmelzung von Stil und Talent

Die Formensprache mit flacher Dachlinie und filigran gezeichneten Leuchten blieb beim neuen Evoque erhalten. Bilder: PD
Die Preise starten ab 46 800 Franken.

Die Formensprache mit flacher Dachlinie und filigran gezeichneten Leuchten blieb beim neuen Evoque erhalten. Bilder: PD

Die Formensprache mit flacher Dachlinie und filigran gezeichneten Leuchten blieb beim neuen Evoque erhalten. Bilder: PD
Die Preise starten ab 46 800 Franken.

Die Preise starten ab 46 800 Franken.

Der Range Rover Evoque ist ein Designerstück – und genau deswegen auch äusserst beliebt. Im Test muss er beweisen, dass er mehr kann, als einfach nur gut auszusehen.

Von einem Land Rover erwartet man gemeinhin mehr als von anderen Autos. Gerade im Winter, wenn die Strassen rutschig sind und der teils hohe Schnee das Vorankommen erschwert. Man gesteht es fast jedem Auto zu, dass es vielleicht kapitulieren muss und sich Schneeketten zu Hilfe nehmen muss. Ein Land Rover jedoch ist dafür gemacht, dass er seine Insassen fast überallhin bringen kann – seien die Umstände auch noch so widrig. 

Das gilt auch für den Range Rover Evoque. Er bildet den Einstieg in die edle Range-Rover-Welt des britischen Geländewagenspezialisten. Schon die erste Generation des Mittelklasse-SUV machte aufgrund des Designs von sich reden. Das ist auch bei der zweiten Auflage nicht anders; die ist nicht revolutionär neu gezeichnet, sondern viel eher eine gekonnte Weiterentwicklung. Die grundsätzliche Formensprache mit flacher Dachlinie und filigran gezeichneten Leuchten blieb erhalten – genauso die grossen Räder und der klassische Schriftzug auf der Haube. Kurzum, der Anblick des Evoque begeistert nach wie vor. Die aus der prägnanten Form entstehenden Nachteile bügelt Land Rover mit intelligenter Technik aus. Das grösste Manko des Evoque ist eigentlich die schlechte Übersicht nach hinten. Dank Rundum-Kamera und digitalem Innenspiegel, der das Spiegelbild auf Wunsch durch ein Kamerabild ersetzt, fällt dies im Alltag kaum ins Gewicht. 

 

Fokus Strasse

Der Evoque ist auch in der zweiten Generation eher auf die Strasse abgestimmt; für ganz grobe Geländepassagen baut Land Rover Modelle wie den Defender oder den Discovery mit höhenverstellbarem Luftfahrwerk, Sperrdifferenzialen und zahlreichen Offroad-Funktionen. 

Der Evoque vertraut auf konventionellere Technik; hier kommt ein Stahlfeder-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern und fester Fahrhöhe zum Einsatz. Die Kraftverteilung auf alle vier Räder wird nicht über mechanische Sperren wie bei den reinen Offroad-Spezialisten, sondern über Bremseingriffe an einzelnen Rädern geregelt. Auch hier zeigt der Evoque auf eindrückliche Art, was mit moderner Elektronik möglich ist. Denn der kompakte Range Rover schafft weit mehr, als man im Alltag auf der Strasse je brauchen wird. Wassergräben von bis zu 53 Zentimetern Tiefe kann er genauso durchfahren wie grössere Hindernisse oder rutschige Steigungen.

Die grosse Bodenfreiheit von 21 Zentimetern (zum Vergleich: ein VW T-Roc liegt 16 Zentimeter über dem Boden) hilft im Gelände – und sorgt im Alltag für gute Übersicht und bequemes Einsteigen. Das wird für die meisten Kunden schlussendlich das wichtigere Argument sein. Denn im Gelände wird der Evoque wohl nur selten zum Einsatz kommen. Es zählt das Wissen, dass man könnte, wenn man wollte oder müsste.

 

Zweirad- oder Allradantrieb

Am grossen Touchscreen lassen sich sechs verschiedene Fahrprogramme auswählen, die den Land Rover Evoque für unterschiedliche Geländepassagen, aber auch für komfortables oder besonders sparsames Fahren auf der Strasse abstimmen. Je nach Fahrsituation wird die Hinterachse entkoppelt und der SUV fährt für bessere Effizienz mit reinem Frontantrieb. 

Erkennt die Elektronik rutschigen Untergrund, wird die Hinterachse in Sekundenbruchteilen unmerklich wieder zugeschaltet. So ist er auf der Strasse jederzeit souverän unterwegs und verwöhnt die Insassen mit tiefem Geräuschniveau und sportlicher, aber uneingeschränkt komfortabler Federung. 

Als Antrieb stehen im Evoque zwei Dieselmotoren mit 165 oder 200 PS und Allradantrieb zur Auswahl. Bei den Benzinern reicht die Spanne von 160 PS (Frontantrieb, ab 46 800 Franken) über 250 PS bis hin zum 300 PS starken Turbobenziner. Eine 9-Gang-Automatik ist immer mit dabei. 

Topmodell ist der hochmoderne Plug-in-Hybrid mit 309 PS Systemleistung. Er fährt bis zu 60 Kilometer rein elektrisch – und kommt somit auf einen Benzinverbrauch von lediglich 2,0 l/100 km. Der Preis: ab 65 200 Franken.

Philipp Aeberli