Schärer Linder

07.12.2020

Der beste Cinquecento aller Zeiten!

Neben dem Antrieb ist der Fiat 500 auch im Raumgefühl gewachsen. Zudem hat er im Innenraum zugelegt. Bilder: PD
Der Innenraum ist nun moderner.
Das Cockpit des Fiat 500e.

Neben dem Antrieb ist der Fiat 500 auch im Raumgefühl gewachsen. Zudem hat er im Innenraum zugelegt. Bilder: PD

Neben dem Antrieb ist der Fiat 500 auch im Raumgefühl gewachsen. Zudem hat er im Innenraum zugelegt. Bilder: PD
Der Innenraum ist nun moderner.
Das Cockpit des Fiat 500e.

Der Innenraum ist nun moderner.

Neben dem Antrieb ist der Fiat 500 auch im Raumgefühl gewachsen. Zudem hat er im Innenraum zugelegt. Bilder: PD
Der Innenraum ist nun moderner.
Das Cockpit des Fiat 500e.

Das Cockpit des Fiat 500e.

Endlich: ein neuer Fiat 500. Die Neuauflage des italienischen Kleinwagens ist radikal neu. Sie kommt ausschliesslich mit Elektroantrieb – und vermag auf der ersten Testfahrt zu überzeugen.

Ganze 13 Jahre hat er durchgehalten – so lange wie kaum ein anderes Auto auf dem Markt. Die aktuelle Generation des Fiat 500 wurde seit 2007 in Polen gebaut. Mit regelmässigen Facelifts und immer neuen Sondermodellen wurde der kleine Italiener, so gut es ging, auf der Höhe der Zeit gehalten. 

Trotzdem war der Cinquecento ein Auto, das man nicht aufgrund rationaler Argumente kauft – im hart umkämpften Kleinwagen-Segment gibt es günstigere und bessere Alternativen. Trotzdem verdreht der kleine Italiener viele Köpfe: Selbst 2019 noch wurde der betagte 500 in der Schweiz mehr als 3700 Mal zugelassen; das macht ihn klar zum Bestseller der Marke. Deswegen geht Fiat vorerst auch kein Risiko ein – und lässt den bisherigen 500 weiterhin im Angebot. Parallel dazu wird nun der neue 500e lanciert: Er wird endlich wieder in Turin gebaut und kommt ausschliesslich mit rein elektrischem Antrieb auf den Markt. 

Der neue 500e ist in zwei Batterievarianten lieferbar: die kleinere mit 23,8 kWh Kapazität, die grössere mit stolzen 42 kWh, was für eine Reichweite von 320 Kilometern laut WLTP-Messung reicht. Zudem bringt Fiat den neuen Stromer in drei Karosserievarianten: wie bisher mit festem Dach und mit versenkbarem Cabrio-Dach, darüber hinaus auch als 3+1 – ein Dreitürer, bei dem sich auf der Beifahrerseite nach dem Prinzip einer Schmetterlingstür ein kleiner Ausschnitt öffnen lässt, sodass der Zustieg in die zweite Reihe etwas leichter fällt. Doch eigentlich will man beim kleinen Stadtflitzer sowieso am liebsten auf dem Fahrersitz Platz nehmen, denn der E-Antrieb sorgt für viel Fahrspass. 

 

Spritziger dank Akku

Mit Ausnahme der sportlichen Abarth-Versionen waren die Antriebe im bisherigen Fiat 500 eher zäh – und kombiniert mit einer eher hakeligen Handschaltung. Der neue 500e vermittelt hier ein ganz anderes Fahrgefühl. Die 118 PS und 220 Nm Drehmoment auf dem Datenblatt sorgen bei Sportwagen-Fans zwar nicht für Staunen, wirken sich auf der Strasse aber erfreulich munter an, weil das volle Drehmoment E-Auto-typisch immer sofort zur Verfügung steht. 

Gewonnen hat der Cinquecento auch beim Raumgefühl: Er ist in alle Richtungen um ein paar Zentimeter gewachsen, ist mit einer Länge von 3,63 Metern aber weiterhin ein kompakter Stadtfloh. Aber dank etwas mehr Platz finden nun auch Grossgewachsene eine bequeme Sitzposition – ein grosser Fortschritt im Vergleich zum bisherigen 500. Das gilt auch für den Innenraum, der nun deutlich moderner und aufgeräumter daherkommt und, wie es sich für ein modernes E-Auto gehört, ein komplett digitales Cockpit bietet. 

Die angegebene Reichweite von bis zu 320 Kilometern erscheint nach der ersten Testfahrt durchaus realistisch; selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und kurvenreicher Strecke über den Satteleggpass lag der Verbrauch knapp unter 17 kWh/100 km – womit gut 250 Kilometer ohne Ladestopp möglich wären. Selbst unter für ein Stadtauto untypischen Bedingungen schlägt sich der kleine Italiener also durchaus wacker – und bietet dank tief liegendem Schwerpunkt und direkter Lenkung auch deutlich mehr Fahrspass als das bisherige Modell mit Benzinmotor. Dass man im Gegenzug mindestens 35 Minuten warten muss, bis der Akku an einer Schnellladesäule wieder zu 80 Prozent geladen ist, lässt sich verschmerzen – erst recht, wenn man den kleinen Stromer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, damit gar keine Zeit verliert und auch deutlich weniger Geld ausgibt als für eine Tankfüllung Benzin.

Dafür ist der Stromer in der Anschaffung teurer, aber vergleichsweise erschwinglich: Los geht es ab 26 990 Franken (23,8 kWh, 180 km Reichweite laut WLTP). Empfehlenswert ist die Version mit grösserem 42-kWh-Akku; sie startet ab 29 990 Franken.

Philipp Aeberli