03.05.2022

Immer bereit für den Ernstfall

Das Mai-Programm vom Kleintheater Luzern kann sich sehen lassen. Bild: Daniel Ammann

Das Mai-Programm vom Kleintheater Luzern kann sich sehen lassen. Bild: Daniel Ammann

Schräges Kabarett mit Gunkl, zeitlose Volksmusik mit dem Duo Flückiger-Räss und eine Soloperformance, die von Kafka inspiriert ist: Gewohnt vielseitig ist das Kleintheater Luzern auch im Mai.

Im Bau» heisst eine Erzählung, die Franz Kafka 1923 geschrieben hat. Dort perfektioniert ein Tier seinen Erdbau, um sich vor seinen Feinden zu schützen. Von diesem mysteriösen Text liess sich die gleichnamige Produktion inspirieren, die vom HaSiSi Kollektiv und vom Kleintheater Luzern produziert wurde und als Soloperformance auf die Bühne kommt. 

Marco Sieber spielt einen Schutzraumverantwortlichen im Bunker, der sich für potenzielle Gefahren und Katastrophen wappnet und auch alle anderen davon überzeugen will. Ein echter «Prepper» also, wie jene Menschen genannt werden, die ihre Sicherheit gerne in die eignen Hände nehmen und sich permanent auf den Ernstfall vorbereiten. Der Monolog wird von Luca Sisera auf dem Kontrabass begleitet (Musik), Béla Rothenbühler hat das Stück dramaturgisch gestaltet, Elke Mulders ist für Szenografie und Ausstattung verantwortlich, Regie führt Nina Halpern.

 

«Fiisigugg»

«Fiisigugg» nennt sich das neue Programm von Nadja Räss (Jodel, Gesang) und Markus Flückiger (Schwyzerörgeli). In diesem altgermanischen Wort schwingen die Bedeutungen von «Gaukler» und «Tüftler» mit. Die beiden Musikprofis gehören zu den bekanntesten Köpfen der neueren Volksmusik in der Schweiz. Sie haben ein grosses Herz für das Urchige und eine ebenso grosse Fähigkeit, die Tradition so zu interpretieren, dass sie nicht sentimental verklärt, sondern im Hier und Heute berührt. Es ist eine Musik ausserhalb der Zeit und Moden. Schlicht (und) virtuos.

 

Fabulierer

Mit seinem 13. Soloprogramm macht im Mai auch der österreichische Kabarettist und Musiker Günther Paal alias Gunkl im Kleintheater Luzern Halt. Gunkl, der 2018 den österreichischen Kabarettpreis erhalten hat, ist ein geistreicher und gestenreicher Fabulierer. Auch sein neues Programm «So und anders – eine abendfüllende Abschweifung» nährt sich von Witz, schräger Logik und hintersinnigen Analysen. Unter anderem sinniert er über quantitative und qualitative Unterschiede. Gunkl ist kein Schwerenöter: Bei ihm kommt selbst das Abstrakte ganz konkret über die Bühne.

Spieldaten im Kleintheater: Fr., 13. Mai, 20 Uhr: Duo Flückiger-Räss / Sa., 14. Mai, 20 Uhr: Gunkl / Di., 24. Mai, 20 Uhr: Im Bau

PD