06.12.2021

Erinnerung und Weiterziehen

Auf Einzug und Rast folgt der Weitergang: der Tross der «Bourbakis» im Jura. Bild: PD

Auf Einzug und Rast folgt der Weitergang: der Tross der «Bourbakis» im Jura. Bild: PD

Mit dem Jahresende findet auch das Erinnerungsjahr im Bourbaki- Panorama seinen Abschluss, nicht aber seine Botschaft.

Vor 150 Jahren übertraten 87 000 arg geschwächte französische Soldaten die Grenze zur Schweiz. Hier fanden sie in 188 Gemeinden Unterkunft, medizinische Pflege und Betreuung. Die Internierung war der erste Hilfseinsatz des Schweizerischen Roten Kreuzes und ein Meilenstein in der Geschichte der Schweizer Neutralitätspolitik. Kulturelle Grenzen wurden aufgebrochen, die Furcht vor dem Unbekannten wich Solidarität, Neugier und Gastfreundschaft. Zehn Jahre später erzählt der Genfer Maler Edouard Castres die Ereignisse im weltbekannten Rundbild Bourbaki Panorama. Seit 1889 ist es in Luzern.

 

Gegenwärtiges Nachdenken 

Das Museum würdigt das Erinnerungsjahr mit der Sonderausstellung «Über Grenzen. Neugier, Hoffnung, Mut». Sie überträgt das historische Geschehen der Grenzüberschreitung in die Gegenwart und lädt zur Reflexion über Grenzen und ihre Bedeutung in aktuellen Kontexten. Filmporträts sowie interaktive Stationen thematisieren territoriale Grenzen genauso wie mentale, materielle wie immaterielle und schaffen Bezüge zu gesellschaftsrelevanten Themen. Selbsterkundung ist elementarer Bestandteil ihres Arrangements. Über das Erinnerungsjahr hinaus läuft sie bis zum 31. Dezember 2022.

 

Das Rundbild bleibt präsent 

Im Rahmen des Erinnerungsjahres erweiterte das Museum Bourbaki-Panorama sein Vermittlungsangebot: Neben einer spezifischen Führungsreihe zum Erinnerungsjahr fokussiert die neue Grenzführung bildliche Grenzszenen im Bildraum und erstellt Bezüge zur Sonderausstellung. In Kooperation mit zwei Studierenden der Pädagogischen Hochschule Luzern entstand zudem der «Grenzenrundgang»: Ein Bilderfächer vereint zwölf Nahaufnahmen des Rundbildes und erläutert diese aus der Perspektive junger Menschen. Das handliche Medium bietet einzigartige Ansichten des berühmten Rundbildes und liegt frei zugänglich im Panorama auf. Öffentliche Führung zum Erinnerungsjahr: Sonntag, 19. Dezember, 11 bis 12 Uhr.

PD

 

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