22.11.2021

«Romeo und Julia» mit «Grease» gemischt

Irène Straub als «Dee Dee Allen» zusammen mit Ronald Tettinek als «Harry». Bild: Ingo Höhn

Irène Straub als «Dee Dee Allen» zusammen mit Ronald Tettinek als «Harry». Bild: Ingo Höhn

Das Hitmusical «Der Ball» («The Prom») begeisterte am Big Apple. Die Sängerin und künstlerische Leiterin von Le Théâtre, Irène Straub, ist Fan der Produktion.

Das Hitmusical «Der Ball» («The Prom») begeisterte am Big Apple. Die Sängerin und künstlerische Leiterin von Le Théâtre, Irène Straub, ist Fan der Produktion. Irène Straub, Ihr erster Kontakt mit dem Musical?
Vor zwei Jahren, im Auto. Ich hörte Melodien von neuen Broadway-Shows. Von «The Prom» war ich sofort mitgerissen. Liebe auf den ersten Ton.

Was waren die nächsten Schritte?
Die Co-Leiter von Le Théâtre überzeugen! Es gelang. Wir bewarben uns für die Spielrechte und bekamen den Zuschlag für die Europa-Premiere.

Eine Thematik des Stücks ist LGBTQ.
Das grosse Thema momentan. Doch «The Prom» geht die Thematik ganz anders an als bisherige Bühnenstücke oder die Politik.

Auf welche Art denn?
Ohne Zeigefinger und Klischees, liebevoll, positiv und frisch. Die Hauptprotagonistinnen kämpfen nicht mit erhobenem Tonfall für berechtigte Anliegen, sondern mit der herzerwärmenden Offenlegung ihrer Liebe. Egal ob Mann, Frau, jung oder reif, man sehnt das Happy End herbei.

Geben Sie uns einen Einblick ins Stück.
Es geht um zwei 17-jährige Frauen, die als Liebespaar an den Abschlussball ihrer Klasse möchten. Das gefällt dem Elternrat des ländlichen Gymnasiums nicht, der Ball wird abgesagt. Da naht Hilfe von charmant-selbstverliebten Musicaldarstellern, die es als Mission sehen, das verknorzte Landdenken aufzumischen. Nach humorvollen Handlungskapriolen kommt es dann doch noch zum «Ball» – und zu mehr Liberalität.

Die Originalhandlung spielt in den USA …
… ausgehend von einer wahren Gegebenheit. Um dem Stück aber den Duft von «das kann nur in Amerika passieren» zu nehmen, haben wir die Handlung in die Schweiz gesetzt, ins Luzerner Hinterland. Wir spielen auf Deutsch und in Dialekt.

Wer hat das Buch übersetzt?
Unser Kreativteam. Mein Job war, Songs ins Schweizerdeutsche zu bringen, ausgehend vom englischen Original. Ich kenne inzwischen fast jeden möglichen Reim in unserem Dialekt (lacht).

Das Stück beinhaltet die grosse Botschaft der Toleranz. Gibt es da Platz für Humor?
Massenweise! Hochklassiger, rhetorischer Witz ist überall. Unsere Musical-Branche kriegt lustvoll ihr Fett ab. «Der Ball» ist die «Romeo und Julia»-Thematik der unmöglichen Liebe minus das Düstere und die Toten plus Happy End und der Charme eines High-School-Musicals à la «Grease».

Wer steht auf der Bühne?
Topmusicaldarsteller aus fünf Nationen. Erstmals über die Hälfte Schweizerinnen und Schweizer wegen unserer Dialektanforderung. Immer auch dabei: unser Chor aus lokalen talentierten Hobbymusikerinnen.

Sie sind auch auf den Brettern.
Ich spiele die Musical-Diva Dee Dee Allen, deren Karriere den Zenit hinter sich gelassen hat. Sie kämpft aber wacker mit deftigen Sprüchen und grossem Auftritt um ihre Position. Eine herrliche Rolle, ich kann überall kräftig chargieren.

Zurück zur Musik: Welchen Stil darf man erwarten?
Verschiedene! Von sattem Broadway-Sound über modernen Pop bis zu fein strukturierten Balladen. Den Melodien gemeinsam ist: Man bringt sie nur noch schwer aus dem Ohr.

Wem wird dieses Musical besonders gefallen?
Jedem und jeder ohne Herz aus Eisen. Allen Generationen und Geschlechtern. Das Musical sprüht vor Optimismus und Lebensfreude. Ja, ich bin von «Der Ball» begeistert.

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Box: Tickets
«Der Ball», das Musical, wird von 11. Dezember 2021 bis 16. Januar 2022 im Le Théâtre in Emmen aufgeführt, in der Regel von Mittwoch bis Sonntag. Kombi-Angebote Nachtessen/Musical, Spezialvorstellung an Silvester. 
Informationen und Vorverkauf: www.le-theatre.ch